Elfjähriger Amberger beim Bundesfinale des Vorlesewettbewerbes - Interview
Hoffentlich nix Gruseliges

Paul Schappert lacht gern - auch beim Lesen. Er hofft, dass die Jury beim Bundesfinale des Vorlesewettbewerbs Sinn für Humor hat. Bild: upl

Als erster Amberger tritt Paul Schappert (11) am Mittwoch, 17. Juni, bei einem Bundesfinale des Vorlesewettbewerbes an. Welches Buch ihm die Jury vorlegt, weiß er noch nicht. Der Sechstklässler hätte da einen besonderen Wunsch.

"Ich liebe Geschichten, die lustig sind", sagt der Schüler des Gregor-Mendel-Gymnasiums im Interview mit unserer Zeitung. Gruselige Texte könne schließlich jeder gut lesen, findet der Elfjährige. Wenn es aber um Pointen geht, dann spielt der erst vor einem Jahr nach Amberg gezogene Saarländer seine Trümpfe aus. Ein Gespräch über Lampenfieber und die Lust am Lesen.

Am Mittwoch trittst du beim Vorlesewettbewerb gegen die Sieger aus 15 anderen Bundesländern an. Bist du aufgeregt?

Paul: Überhaupt nicht! Das ist schon irgendwie komisch. Vielleicht hab ich mich an solche Auftritte irgendwie gewöhnt.

Du hast ja immerhin Stadt-, Bezirks- und Landesentscheid gemeistert...

Paul: Ja. Vielleicht hilft es mir auch, dass ich schon mit einem Chor aufgetreten bin und vor Publikum Klavier gespielt habe.

Wie bereitest du dich auf das Finale vor? Hast du eine Chance, dich einzulesen?

Paul: Aus welchem Buch ich vorlesen muss, weiß ich noch nicht. Die Jury übergibt den Finalisten am Dienstag eine Liste mit den Titeln eben erst erschienener Kinderbücher. Dann haben wir 24 Stunden Zeit, um ein Buch und eine Textstelle auszuwählen. Das ist sehr wenig Vorbereitungszeit.

Hast du irgendeine Idee, wie du dich jetzt schon wappnen kannst?

Paul: Eigentlich nicht. Was soll ich schon machen? Ich kann mich nur positiv drauf einstellen, dran glauben, dass ich es schaffen kann. Ich hab jahrelang so viel gelesen und lese jetzt auch. Aber für das Finale selbst kann ich jetzt nicht viel tun.

Hast Du ein Faible für eine bestimmte Art von Texten?

Paul: Es muss was Witziges sein. Da kann man viel besser mit der Stimme spielen. Beim Landesentscheid in München ging es fast nur um Todkranke oder schon Tote. Das war nicht so mein Ding.

Wie sieht es mit der moralischen Unterstützung aus? Hast Du auch eine kleine Fangruppe dabei in Berlin?

Paul: Eine kleine Fangruppe? Meine ganze Klasse fährt mit! Nur, um mich zu unterstützen, steigt die 6c am frühen Mittwochmorgen in Amberg in den Zug. Und am Abend geht's wieder zurück. Ich will meine Klasse heimwärts auf jeden Fall begleiten.

Ab wann wirst du in Berlin sein?

Paul: Ich reise schon am Montag an. Dann lerne ich auch die anderen Finalteilnehmer kennen. Der Ausrichter des Wettbewerbs hat für uns ein ganzes Stockwerk eines Hotels angemietet. Ich fahre am Montag allein los, am Mittwoch kommt dann auch meine Mama hinterher. Und die Oma.

Gefällt's dir am GMG?

Paul: Na klar. Wenn man solche Klassenkameraden hat. Und überhaupt finde ich, dass die Leute in Bayern extrem zuversichtlich sind. Als ich im Saarland den Vorlesewettbewerb gewonnen hatte, hat das keinen so richtig interessiert.
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