Ente bitte ohne Haut!

Sie beantworteten bei einer Telefonaktion zum Lebertag Fragen unserer Leser und gaben Tipps (von links): Prof. Dr. med. Volker Groß, Chefarzt der Medizinischen Klinik II am Klinikum St. Marien, Dr. med. Gabriele Birkofer, Chefärztin der Inneren Medizin I am St.-Anna-Krankenhaus Sulzbach-Rosenberg, und der niedergelassene Internist und Gastroenterologe Dr. med. Michael Köllinger aus Amberg. Bild: Steinbacher

Falsche Ernährung, Alkohol, Störungen des Immunsystems und auch Viren. Die Ursachen für Leber-Erkrankungen sind vielfältig. Und das Tückische an ihnen: Sie bleiben oft lange unbemerkt. Das müssen sie nicht, denn jeder kann etwas tun.

Anlässlich des 15. Deutschen Lebertages, der von der Deutschen Leberstiftung, der Deutschen Leberhilfe und der Gastro Liga veranstaltet wird, standen bei einer Telefonaktion des Medienhauses Der neue Tag/Amberger Zeitung drei Experten Rede und Antwort.

Gifte schädigen

Prof. Dr. med. Volker Groß, Chefarzt der Medizinischen Klinik II am Klinikum St. Marien, widmete sich zusammen mit Dr. med. Gabriele Birkofer, Chefärztin der Inneren Medizin I am St.-Anna-Krankenhaus Sulzbach-Rosenberg, und dem niedergelassenen Internisten und Gastroenterologen Dr. med. Michael Köllinger aus Amberg den Fragen unserer Leser. Dabei hatten die drei Experten reichlich zu tun, so vielfältig waren die Anliegen der Anrufer.

Die Leber wirkt maßgeblich an der Entgiftung des Körpers mit. Je mehr Gifte - zum Beispiel in Form von Medikamenten oder Alkohol - sie verarbeiten muss, desto mehr leidet sie darunter. Nicht zu vergessen auch die oft viel zu fette Ernährung. Wie aber kann man den Körper am besten entgiften und effektiv unterstützen? Den Medizinern waren diese Fragen in der Beratung ebenso wichtig wie ein dringender Appell an die Leser: Haben Sie ein Auge auf die Leber! Denn Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und Leistungsabfall können erste Zeichen einer Lebererkrankung sein. Allerdings sind diese Anzeichen wenig spezifisch. Weiteres Nachforschen tut im Zweifelsfall Not.

Hinweis auf eine Lebererkrankung sind erhöhte Leberwerte, die durch eine einfache Blutkontrolle beim Arzt bestimmt werden können. Wenn Lebererkrankungen früh erkannt sind, lassen sie sich häufig noch gut behandeln und durch eine Änderung des Lebensstils beeinflussen.

Gute Ergebnisse

Die möglichen Auswirkungen von Medikamenten auf die Leber lagen einem großen Teil der Anrufer besonders am Herzen. Und dies durchaus aus gutem Grund, wie die Mediziner zu bestätigen wussten: Beispielsweise Cholesterinsenker, Diclofenac (gegen Schmerzen und Entzündungen) oder Antibiotika belasten die Leber in nicht unerheblichem Maße. Hier kann allerdings gegebenenfalls eine vom Arzt verordnete Medikamentenumstellung gute Ergebnisse bringen.

Und auch, was den Lebenswandel angeht, konnten die Doktoren den Lesern am Telefon viele hilfreiche Tipps mit auf den Weg geben. Denn beispielsweise beim abendlichen Glas Wein - hier wirkt sich schon ein Achtel am Tag bei Frauen schädlich auf die Leber aus - könne man aus Rücksicht auf die Leber gut den Konsum etwas zurückschrauben. Und beim weihnachtlichen Geflügel gelte: "Ente schon, aber bitte ohne Haut!"
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