Erfolgsrezept: Gegen den Trend

Durchweg positive Zahlen trotz eines schwierigen Geschäftsumfeldes präsentierten (von links): Sparda-Vorstandsvorsitzender Georg Thurner, der stellvertretende Filialleiter in Amberg, Johannes Koller, Filialleiterin Sabine Seberak und stellvertretender Vorstandsvorsitzender Michael Gruber. Bild: Huber

Ihre Kunden machen es anders, als es sich die Finanzwirtschaft wünscht: Sie sparen, statt zu konsumieren. Also macht es auch die Sparda-Bank anders und steht deshalb im Ruch der Provinzialität. Dort fühlt sie sich pudelwohl und wächst.

Amberg. (zm) Denn der Erfolg gibt den Genossenschaftsbankern zumindest im Sinne ihrer Mitglieder recht. Der Vorstandsvorsitzende der Sparda-Bank Ostbayern, Georg Thurner, braucht sich nicht hinter Branchenkollegen zu verstecken. Selbstbewusst präsentiert er bei der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag für sein Haus ein Plus nach dem anderen (jeweils von 2013 auf 2014).

Bei den Mitgliedern ist es ein Zuwachs von 3,45 Prozent, erstmals wurde mit 101 915 Genossenschaftern die 100 000er-Marke geknackt. Die Einlagen wuchsen um 6,85 Prozent auf 1,89 Milliarden Euro, die ausgereichten Kredite auf 1,13 Milliarden Euro (plus 5,85 Prozent). Auch die Bilanzsumme, die Thurner nicht überbewerten möchte, nahm die symbolträchtige Rekordmarke von zwei Milliarden und liegt nun bei 2,12 Milliarden Euro.

Schwieriges Umfeld

Der Vorstandsvorsitzende, der mit seinem Stellvertreter Michael Gruber die Zahlen vorstellte, wies darauf hin, dass diese positiven Eckdaten unter schwierigen Marktbedingungen erzielt wurden. Mit dem Ölpreis, der Ukrainekrise, dem Euro und Griechenlands Überschuldung sowie der Niedrigzinspolitik der EZB benannte er nur einige Stichworte, die es der Finanzwirtschaft derzeit nicht leicht machen. Doch die Genossenschaftsbank verfolgt laut Thurner im Sinne ihrer Kunden den Grundsatz: "Es geht nicht um das schnelle Geld, es geht um die langfristige Kundenzufriedenheit."

Amberg noch besser

Das sei das Erfolgsrezept, und Amberg scheint seine Sache besonders gut zu machen. Diese Zahlen sind durchweg besser als die auf Ostbayernebene. Filialleiterin Sabine Seberak verwies auf ein Plus bei den Einlagen von 9,38 Prozent oder 5,4 Millionen Euro auf jetzt 62,5 Millionen, einen Zuwachs bei den Krediten von 8,03 Prozent (plus 4,3 auf 57,7 Millionen) sowie einen Mitgliederzuwachs von 6,28 Prozent. Das sind 277 neue Kunden bei einem Gesamtstand von nun 4520 Genossenschaftern.

Drei Punkte stellte in diesem Zusammenhang Thurner als Erfolgsrezept heraus: die kostenlose Girokontoführung (dafür wendet die Bank ostbayernweit jährlich sieben Millionen Euro auf), eine kunden- und bedarfs-, nicht provisionsorientierte Beratung sowie Kontinuität beim Personal. Das schaffe Vertrauen und davon lebe in erster Linie eine Bank. Erst danach kämen Zinsen, Zahlen und Renditen. Daneben war die Sparda im vergangenen Jahr auch auf sozialem Gebiet aktiv. Aus ihrem Gewinnsparen spendete sie der Amberger Tafel 4750 Euro, die laut Vorsitzendem Bernhard Saurenbach für die Anschaffung einer Kühlzelle verwendet wurden.
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