Erläuterungen über Alma Mahler-Werfel
Eine Frau im Geflecht ihrer Beziehungen

Sie wissen beinahe alles über Alma Mahler-Werfel (von links): Der Vorsitzende der Opernfreunde Eberhard Kühnlein sowie die beiden Referentinnen Karin Schmidt und Silke Schäfer. Bild: Steinbacher
Wer war Alma Mahler, die Frau, die am 31. August 1879 als Alma Schindler in Wien zur Welt kam? Muse und Femme fatale, Liebende und Geliebte, die Meinungen darüber gehen bei ihren Zeitgenossen weit auseinander. Einen kleinen Einblick in das wechselvolle Leben der Frau, die wie keine andere mit zahlreichen Kulturschaffenden der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verbunden war, gaben Silke Schäfer und Karin Schmidt von den Opernfreunden im Amberger Congress Centrum.

Ehen und Seitensprünge

Die Veranstaltung wurde kurzfristig in Kooperation mit dem Kulturamt angesetzt, um das Konzertpublikum auf den Abend "Alma Mahler - Zauberfrau" vorzubereiten, der kommenden Sonntag auf dem Spielplan des Stadttheaters steht. Es konnte aber nur eine kurze Einführung in das Leben von Almschi, wie Gustav Mahler sie nannte, werden. Zu komplex ist das Geflecht an freundschaftlichen Beziehungen, mehreren Ehen und noch mehr Seitensprüngen. Die Liste derer, denen Alma ihre Gunst schenkte, liest sich wie das "Who is who" der wichtigsten Neuerer in Sachen Musik, Malerei und Architektur.

Aus der umfangreichen Literatur stellten die beiden Referentinnen und der Vorsitzende der "Opernfreunde", Eberhard Kühnlein, zunächst einige Biografien vor, die auch als Grundlage für ihren Vortrag genutzt wurden. Schon bei der Lektüre wurde ihnen klar, dass es schwierig ist, der Persönlichkeit Alma Mahler-Werfels auch nur annähernd gerecht zu werden. Sie polarisierte bereits zu Lebzeiten und auch nach ihrem Tod sind sich Zeitzeugen und Biografen nicht einig in ihrer Bewertung.

Sie wirkte aber nicht nur inspirierend auf die Künstler, umgekehrt war es genauso der Fall. Die junge Frau war hochintelligent und vielseitig begabt. Gustav Mahler, ihr erster Ehemann, untersagte ihr, ihr Talent als Komponistin auszuleben. Von ihren zahlreichen Liedern sind leider nur 17 erhalten geblieben. Selbst an einer Oper - die aber nicht vollendet wurde - versuchte sie sich.

Eine recht unschöne Seite in ihrem Leben war der schon im Elternhaus gepflegte Antisemitismus. Was Alma aber nicht davon abhielt, Männer mosaischen Glaubens zu lieben. Allerdings verlangte sie von ihnen, sich zum Katholizismus zu bekehren, was ihr auch gelang. Gustav Mahler konvertierte eher aus pragmatischen Gründen, weil er als Jude in Wien zahlreichen Diskriminierungen ausgesetzt war. Almas dritter Gatte, Franz Werfel, trat nach seiner Rettung vor den Nazis zum katholischen Glauben über und schrieb aus Dankbarkeit seinen berühmten Lourdes-Roman "Das Lied von Bernadette".

Verwirrende Beziehungen

Im Vortrag versuchten Silke Schäfer und Karin Schmidt auch, das Gewirr von Beziehungen zu entflechten. Denn die charmante Dame mit der besonderen Anziehungskraft schenkte ihren Geliebten nicht nacheinander ihre Gunst, sondern fing oft schon eine neue Beziehung an, bevor die alte beendet war. Dieses wechselvolle Wesen drückt sich auch in den Selbstzeugnissen, meist in Form von Briefen, aus. Diese wörtlich zu zitieren unterließen die beiden Referentinnen allerdings, um nicht Barbara Wussow zuvorzukommen, die am Sonntag im Stadttheater aus dem Briefwechsel Alma Mahler-Werfels lesen wird.

Um die Zuhörer auf dieses Erlebnis schon mal richtig einzustimmen und um die Wortbeiträge zu ergänzen brachte Eberhard Kühnlein einige der auch für Sonntag angekündigten Lieder auf Tonträger mit.
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