Erlanger Universitätstage: Heute Vortrag zur Unendlichkeit aus medizinhistorischer Perspektive
Unabwendbaren Tod hinausschieben

Heute spricht um 19.30 Uhr, Professor Karl-Heinz Leven bei den Erlanger Universitätstagen im Rathaussaal über ein hochaktuelles Thema: Welche Auswirkungen hat der medizinische Fortschritt auf unsere Möglichkeiten, das menschliche Leben zu verlängern - und wie hoch ist der Preis, den wir dafür zahlen?

Die "Makrobiotik" als "Kunst, das menschliche Leben zu verlängern", gehört zu den Grundanliegen der Medizin seit der Antike. Obwohl bekannt ist, dass die Sterblichkeit letzten Endes 100 Prozent beträgt, gilt es, den unabwendbaren Tod, bei möglichst lange erhaltenem Wohlbefinden, zeitlich hinauszuschieben.

In der aktuellen Medizin hat sich diese klassische Aufgabenstellung durch Intensivmedizin, Stammzellforschung und andere Innovationen erheblich kompliziert. War die Medizin die längste Zeit ihrer Geschichte oft nicht fähig, gefährdetes Leben zu erhalten, so erscheint sie nun umgekehrt als gelegentlich hinderlich gegenüber humanen Formen des Sterbens. Der Vortrag stellt die medizinhistorischen Aspekte der (Un-)Endlichkeit im Spiegel kultureller und epochenspezifischer Prägungen in allgemeinverständlicher Weise dar. Prof. Dr. Karl-Heinz Leven studierte Medizin, Geschichte, Klassische Philologie und Romanistik an den Universitäten Düsseldorf und Bonn.

Seit der ärztlichen Approbation 1985 und der Promotion 1987 war er als Medizinhistoriker an den Unis Düsseldorf und Freiburg tätig. 1993 habilitierte er sich für das Fach Geschichte der Medizin. 2009 ging er nach Erlangen und ist seither Direktor des dortigen Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin.

Der Vortrag beginnt um 19.30 Uhr, Einlass ist ab 19 Uhr. Der Eintritt ist frei, 200 Plätze stehen zur Verfügung.
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