Erneute Schließungen im "Ei": Rathaus-Apotheke und Waffen Kuchenreuter geben auf
Bittere Pille und letzter Schuss

Leberecht steht noch dran, Kuchenreuter war zehn Jahre lang drin und schließt heute. Bild: Huber

Der eine verabschiedete sich kurz vor Weihnachten, der andere tut es heute an Silvester: Wieder muss die Amberger Altstadt auf zwei alteingesessene Geschäfte verzichten. Die Inhaber werfen das Handtuch, wenn auch aus sehr unterschiedlichen Gründen. Allerdings stecken durchaus auch Ursachen dahinter, die viele Geschäftsleute in der City beklagen. Die beiden aktuellen Fälle haben zusätzlich die Gemeinsamkeit, dass sie zwar in unterschiedlichen Straßen, aber auf der selben Einkaufsachse zu beiden Seiten des Hallplatzes liegen.

In der Unteren Nabburger Straße schließt am Mittwoch um 12 Uhr das Waffengeschäft Kuchenreuter (vormals Leberecht); in der Herrnstraße hat die Rathaus-Apotheke ihre Türen schon Mitte des Monats für immer zugemacht. Apotheker Thomas Götz zog sich in den Ruhestand zurück. Er sagt aber auch, dass die Innenstadt "nicht mehr so belebt ist wie früher" und dass hier "die Parksituation schwierig geworden ist". Zwei Zustände, die andere Ladenbetreiber im "Ei" genauso kritisieren und die auch die Rathaus-Apotheke zu spüren bekommen habe.

Anders die Begründung beim Waffengeschäft Kuchenreuter, aber ebenso oft gehört: Hier sind es die zunehmenden Internetkäufe, die ein Ladengeschäft immer weniger rentabel erscheinen lassen. Das sagt Geschäftsführer Martin Kuchenreuter, wobei er sich noch freuen kann, dass auch bei ihm der Einkauf via Web zugenommen hat. Schon vor drei bis vier Jahren verstärkte der Familienbetrieb mit Hauptsitz in Cham hier seine Präsenz, will sein Angebot aber "noch sehr viel mehr ausbauen".

"Die jungen Jäger gehen alle über das Internet. Die älteren kommen noch in den Laden, aber die brauchen nicht mehr den Teufel an Sachen", beschreibt Kuchenreuter die veränderte Lage. Die Filiale in Amberg zu betreiben, sei letztlich ein "Riesenaufwand" gewesen, bei dem unterm Strich immer weniger rauskam. Schon die letzten drei Jahre seien finanziell "ganz knapp an der Kante" gewesen, weshalb nun im Grunde nur die Schließung übrigbleibe.

Martin Kuchenreuter findet diese Entwicklung "sehr bedauerlich", kann sie aber "nicht ändern" und müsse halt dem Trend entsprechend Geschäfte verstärkt übers Internet machen. Der Laden am Hauptsitz in Cham bleibt trotzdem bestehen. Dort können laut Geschäftsführer auch Reparaturen weiter erledigt und von der Amberger Filiale ausgestellte Gutscheine eingelöst werden.
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