Eröffnung der Ausstellung "Heimat auf Stein"
So schwer wie Millionen I-Pads

Der bayerische Finanzminister Markus Söder (Zweiter von links) eröffnete am Montag in Amberg die Ausstellung "Heimat auf Stein", die 150 Jahre Katasterkarten und Steindruck dokumentiert. (Bild: Huber)

"Wenn was für Bayern gut war, dann kam's aus Franken." Meint zumindest Markus Söder. Als die Amberger ein wenig "Buh" riefen, korrigierte er sich bei der Eröffnung der Ausstellung "Heimat auf Stein" rasch: "Und auch aus der Oberpfalz."

Nach Amberg gekommen war der bayerische Finanzminister, um die Ausstellung über 150 Jahre Katasterkarten und Steindruck in den Räumen des Amtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung zu eröffnen. Söder blickte zunächst zurück in die Geschichte: 1806 wurde Bayern ein Königreich und da sei der Wunsch entstanden, das Land vermessen zu lassen.

Danach auf Wanderschaft

Dies geschah von 1808 bis 1864 - entstanden sind so 26 637 Steinplatten. Söder erklärte, dass im Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung in München das größte Lithografiestein-Archiv der Welt schlummert. Die Idee sei gewesen, die verborgenen Schätze im Land zu zeigen - entstanden ist so die Ausstellung "Heimat auf Stein", die zunächst bis zum 23. Februar in Amberg gezeigt wird und dann auf Wanderschaft geht. Die zwischen 50 bis 70 Kilo schweren Steinplatten wiegen insgesamt 1700 Tonnen. Der Minister rechnete die historischen Schätze in die heutige Maßeinheit um: "Das entspricht ungefähr dem Gewicht von 3,5 Millionen I-Pads." Die Ausstellung beinhaltet laut Söder den original Lithografiestein von Amberg aus dem Jahre 1835. Am Beispiel der Stadt wird außerdem eine fast 200-jährige Stadtentwicklung dokumentiert.

Das Ziel der Wanderausstellung, die in jedem Regierungsbezirk gezeigt wird, umriss er so: "Ein bisschen bayerische Geschichte von einer anderen Seite erzählen." Den Vermessern machte Söder ein ganz großes Kompliment: "Sie müssen ganz genau arbeiten, auch auf dem letzten Grad muss es stimmen." Auf deren Arbeit hätten sich Könige und Regierungen gestützt - "und der Heimatminister tut's auch", sagte Söder.

Strukturell stärken

Stolz zeigte er sich, dass ein "Landsmann" von ihm den Lithografiestein-Druck erfunden hat: Alois Senefelder aus dem unterfränkischen Königshofen. Als Söder anhob, ein kleines Loblied auf das Gute aus Franken anzustimmen und einige Amberger ein wenig "Buh" riefen, da korrigierte er sich und fügte die Oberpfalz schnell noch an. Die Region müsse strukturell gestärkt werden, "diesen Auftrag nehmen wir sehr ernst". In "Heimat auf Stein" sah er dazu einen kleinen Beitrag.

Laut Vermessungsdirektor Kurt Beyerlein ist die Schau bis 23. Februar (Montag bis Donnerstag von 8 bis 15 Uhr; Freitag und Faschingsdienstag von 8 bis 12.30 Uhr) zu sehen.
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