ERSC Amberg beweist im letzten Saisonspiel Moral und Kampfgeist - 4:7-Niederlage beim EHC Passau
Rumpf-Löwen bissig bis zum Schluss

Mit bösen Blicken Richtung Schiedsrichter geht Ambergs Trainer Stefan Ponitz vom Eis. Bild: Ziegler
24 Stunden nach dem Hinspiel in Amberg musste sich der ERSC Amberg auch in Passau mit 4:7 geschlagen geben. In Anbetracht der Umstände war es dennoch eine beachtliche Leistung, die von den Löwen am Samstag zum Saisonabschluss in der Eishockey-Landesliga erbracht wurde, denn die Ausfallliste war ellenlang.

Bogner, Gerber, Kress und Stolz in der Verteidigung, Behmer, Brenner, Dürr, Groz, Krieger und Swadzba für den Angriff - es war schon ein recht überschaubarer Kader, den Löwentrainer Stefan Ponitz in Passau noch aufbieten konnte. Ein Großteil der Leistungsträger fehlte verletzungsbedingt, beruflich oder aus familiären Gründen, während Passau - wie schon am Freitag - mit drei Angriffsreihen agieren konnte.

Schiedsrichter in der Kritik

Die Gastgeber entwickelten dann auch von Beginn an Druck, hatten aber keine zwingenden Torchancen. Die erste wirklich gefährliche Aktion hatte der Amberger Swadzba, der aber nur das Torgestänge traf. Nach knapp elf Minuten gingen die Black Hawks dann doch durch den Slowenen Rok Jakopic mit 1:0 in Führung. Kurz darauf bauten sie diese durch einen Doppelschlag von Lederer und Hirtreiter binnen 27 Sekunden auf 3:0 aus. Davor gab es schon die ersten Unstimmigkeiten mit den Unparteiischen, die bei einer "Meinungsverschiedenheit" zwischen Niklas Stolz und dem Passauer Oliver Ferstl nicht nur die beiden Hauptakteure in die Kühlbox schickten, sondern auch noch ERSC-Kapitän Norbert Gerber auf die Bank schickten und zusätzlich eine 10-Minuten-Strafe gegen Lukas Stolz verhängten, der die Streithähne trennen wollte. Im Mittelabschnitt erhöhten die Gastgeber früh auf 4:0, aber Moral und Kampfgeist waren bei den Löwen noch völlig intakt.

Der Lohn folgte durch den fein herausgespielten Anschlusstreffer von Denis Kress, der kurz danach böse attackiert wurde, ohne Auswirkungen für den Gegner. In diesem Drittel legte Passau noch zwei Tore nach und Daniel Sellerer übernahm den Platz von Stolz im ERSC-Tor, aber das spielte beinahe schon eine nebensächliche Rolle. Vielmehr zogen sich die Schiedsrichter weiter den Zorn der Amberger zu, beispielsweise bei einem Foul an Kirill Groz, das nicht geahndet wurde und eine blutende Gesichtsverletzung nach sich zog. Mit dem Hinweis auf ein Eigenverschulden (!) des Amberger Stürmers ("selbst schuld, er hätte eben eine Gittermaske tragen sollen") heizten sie die Atmosphäre zusätzlich an und in der Drittelpause reklamierte Stefan Ponitz - allerdings unangemessen, weshalb der Löwentrainer mit einer Matchstrafe belegt wurde.

Plötzlich wieder dran

Das erhöhte den Ehrgeiz beim ERSC-Minikader weiter und im Schlussdrittel drehten die Gäste auf. Julian Behmer und zweimal Daniel Krieger brachten Amberg auf 4:6 heran - und Passau in arge Bedrängnis. Die Hawks waren spürbar beeindruckt, bekamen aber Unterstützung. Nach einem Handgemenge zwischen Krieger und Stefan Friedl erhielt der Amberger das doppelte Strafmaß. Als dann auch noch Simon Bogner auf die Strafbank musste, erzielte Passau in doppelter Überzahl das entscheidende 7:4 durch Jakopic.
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