"Erstarren nicht vor Ehrfurcht"

Marco Wiedmann (rechts) kann es grätschend-robust, aber auch technisch perfekt, wie bei seinem Ausgleichstreffer am Dienstag in der Partie gegen die SpVgg Greuther Fürth II. Der Spielmacher des FC Amberg ist derzeit in glänzender Form. Bild: ref

Nach der SpVgg Greuther Fürth II geht es für den FC Amberg gleich gegen den nächsten Zweitliga-Nachwuchs aus Franken. "Wir haben Respekt, aber keine Angst, auch wenn der Gegner 1. FC Nürnberg heißt", sagt Trainer Timo Rost. Für ihn ist es ein ganz besonderes Duell.

Seine Mannschaft ist nach dem fast perfekten Auftakt in der Fußball-Regionalliga Bayern mit einem Sieg und einem Unentschieden bester Stimmung vor dem Heimspiel am Samstag, 25. Juli (14 Uhr), im Stadion am Schanzl gegen den 1. FC Nürnberg II. Der startete mit einer 1:5-Klatsche gegen den 1. FC Schweinfurt 05 in die Saison, fand aber zuletzt zurück zur Normalform und gewann gegen die U21 des FC Augsburg mit 2:0.

"In Schweinfurt haben wir einen ganz schwarzen Tag erwischt, da blieben alle weit unter Normalform. Am Dienstag habe ich die Mannschaft gesehen, die ich kenne", sagt Trainer Roger Prinzen (46). Seit 2008 spielt die "Zweite" des Clubs inzwischen in der Regionalliga, Prinzen geht in seine dritte Spielzeit als Trainer. Unterstützt wird er dabei von seinem Co-Trainer, dem ehemaligen FCN-Abwehrchef Andreas Wolf.

Zweimal Achter

Im Vorjahr belegte das Team Rang acht (wie schon in der Saison zuvor), hatte weder mit Auf- noch Abstieg etwas zu tun. Auch in dieser Spielzeit wäre man mit einer ähnlichen Platzierung zufrieden. Den Grundstein dafür will man mit viel eigenem Ballbesitz legen: "Wir sind flexibel in der Ausbildung und jederzeit in der Lage, uns auf den Gegner einzustellen. Aber wir wollen schon schnell den Ball haben und können auch das Spiel machen", so Prinzen.

Wie man gegen den FC Amberg agieren werde, wollte der Club-Coach nicht verraten. Er habe sich aber informiert, was einen da erwarte - und der gute Auftakt der Rost-Truppe ist in Nürnberg sicher auch registriert worden. Aber man gibt sich kämpferisch am Valznerweiher: "Es wäre Quatsch zu sagen, wir treten an, um nur einen Punkt zu holen. Natürlich wollen wir gewinnen, auch wenn es gegen einen Aufsteiger geht, der derzeit richtig gut drauf ist." Ein Lob, das man beim FC Amberg gerne hört. Für Trainer Timo Rost wird es sicher ein besonderes Spiel. Seit 1992 kickte er in der Nürnberger Jugend, schaffte dort den Durchbruch, machte in Nürnberg seine ersten Profispiele, war am Aufstieg in die Bundesliga beteiligt und wurde dort zum Jugendnationalspieler. Es "ist schön, auf seinen Jugendverein zu treffen", aber während der 90 Minuten gehe es nur um den FC Amberg. Und Rost verspricht: "Wir werden sicher nicht vor Ehrfurcht erstarren."

Lektion gelernt

Das 2:2 gegen Fürth während der Woche sei aufgearbeitet. Da wäre eigentlich auch ein Sieg drin gewesen, doch Rost zieht dennoch ein positives Fazit: "Die ersten 20 Minuten mit den zwei Gegentoren waren gut zum Lernen. Wer in dieser Liga nachlässig oder nur mit halbem Arsch spielt, der wird bestraft - das wissen die Jungs jetzt." Damit wäre also die erste Lektion in der Regionalliga gelernt. Jetzt muss das Gelernte gegen Nürnberg nur noch umgesetzt werden. Dabei fehlt Rost weiterhin Benjamin Werner (Achillessehne), der Einsatz von Sven Seitz ist nach einer Kapselverletzung im Spiel gegen Fürth fraglich.

FC Amberg: Götz (1), Schober (25), Bleisteiner (22); Ceesay (15), Gorgiev (5), Fischer (2), Göpfert (4), Jobst (23), Karzmarczyk (18), Graml (6), Hempel (14), Knorr (17), Schneider (20), Lincke (19), Plänitz (13), Wiedmann (10), Dietl (8), Hauck (27), Seitz (9) (?), Wiesner (7).
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