Erste Lichtblicke für Ex-Hütterer

Trotz des reduzierten Personalstands läuft bei der Luitpoldhütte an der Sulzbacher Straße die Produktion weiter. In schöner Regelmäßigkeit rollen wie gewohnt Lastwagen an, auf die die Guss-Teile verladen und zu den Kunden transportiert werden. Bild: Steinbacher

Erste Erfolge bei der Vermittlung ehemaliger Luitpoldhütten-Arbeiter: Ein Kollege, der mit seiner Unterschrift Ende vergangener Woche in die Projekt-Transfer-Gesellschaft (PTG) gewechselt ist, steht kurz dem Antritt einer neuen Arbeitsstelle. Etwa eine Handvoll könnte zu Jahresbeginn folgen.

In der Gießerei an der Sulzbacher Straße hält der Alltag Einzug. Nach den Betriebsversammlungen in der Vorwoche und der offiziellen Eröffnung des Insolvenzverfahrens am Dienstag, 1. Dezember, läuft die Produktion. Zugleich gehen hinter verschlossenen Türen Verhandlungen mit potenziellen Übernahme-Interessenten weiter. Unseren Informationen nach werden konkrete Gespräche mit drei Investoren geführt, ein vierter soll sich in der Warteschleife befinden. Seitens des Freistaats, als ehemaliger Anteilseigner, soll es Signale geben, die in Richtung eventueller künftiger Bodensanierungen zielen.

Positives ist unterdessen auch von den 115 Betroffenen, die die Luitpoldhütte (LH) verlassen mussten, zu hören. So teilte die von Insolvenzverwalter Dr. Hubert Ampferl (Nürnberg) beauftragte Agentur in Köln auf Anfrage mit: "Fast 100 Prozent haben die Verträge mit der PTG unterzeichnet." Dies seien über 100 Beschäftigte. Von den genannten 115 müssten indes noch einige herausgerechnet werden, deren Zeitarbeitsverträge abgelaufen seien, ebenso wie der eine oder andere Vorruheständler.

Horst Ott, Erster Bevollmächtigter der IG-Metall-Verwaltungsstelle Amberg, sagte im Hinblick auf das begonnene Insolvenzverfahren: "Es geht alles seinen geregelten Gang." Zugleich habe er eine "massive Unterstützung" aus einer Vielzahl von Amberger Firmen ausgemacht: "Deren Betriebsräte fragen wie und wo sie helfen können." Hier gehe es auch um die Möglichkeit, bei der Suche nach neuen Stellen für Ex-LH-Mitarbeiter mitzuwirken.

Ähnliches bestätigte am Mittwoch LH-Betriebsratsvorsitzender Christian Zwack. Er informierte, dass die Agentur für Arbeit eine "Sprinterprämie" ausgelobt habe. In deren Genuss könnten all jene kommen, die in die PTG gewechselt sind: Wer frühzeitig, also vor Ablauf der halbjährigen PTG-Vertragslaufzeit, einen neuen Arbeitsplatz annimmt, der erhält für jeden Monat ein halbes Monatsgehalt obendrauf.
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