Erstes Home Office schon vor 14 Jahren
Betriebsbesichtigungen

Hier heißt es für den sehbehinderten Franz Badura (Mitte) und das Inklusionsbündnis: Stopp! Die weißen Leitstreifen münden in ein rotes Aufmerksamkeitsfeld aus runden Noppen, das auf ein Hindernis oder eine Änderung des Weges aufmerksam macht. Bild: hae
Amberg. Der Erfolg der Firma Herding, die 1977 von Walter Herding gegründet wurde, beruht vor allem auf deren Fähigkeit, sich einer globalisierten Welt anzupassen und stetig in Entwicklung zu investieren. Der Amberger Kreisverband der Frauen-Union besichtigte nun die im Industriegebiet Nord ansässige Firma. Mit dabei war auch Oberbürgermeister Michael Cerny. Dr. Urs Herding stellte das Unternehmen und die Verwendungsgebiete der Produkte vor.

Die Palette der Kunden reicht von Wrigley's Kaugummi und Lackieranlagen großer Automarken in den USA über Stahlerzeugung in China bis hin zu sogenannten Superabsorbern, dem Material, das zum Beispiel Babywindeln die Saugfähigkeit verleiht. Sie alle setzen auf Filteranlagen Made in Amberg. Unerlässlich sei es, in Forschung und die breitgefächerte Qualifizierung der Mitarbeiter, laut Herding "das wertvollste Kapital der Firma", zu investieren. Dabei spiele auch die Zusammenarbeit mit der Hochschule Amberg-Weiden und anderen Universitäten eine Rolle. Die Firma beschäftigt laut Herding weltweit 350 Mitarbeiter, wobei die Kernproduktion in Amberg ist.

Diplom-Ingenieurin Martina Ibler, seit Jahren bei Herding tätig, gab Einblicke in ihre berufliche Laufbahn und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die bei Herding funktioniere. Bereits vor 14 Jahren sei das erste Home Office im Hause Ibler entstanden. Das Schlusswort erhielt Michaela Frauendorfer, CSU-Stadträtin und Vorsitzende der Frauen-Union. Sie sagte, wie wichtig mittelständische Unternehmen seien, erwirtschaften diese doch 70 Prozent der Gewerbesteuer. Zudem böten sie gute und sichere Arbeitsplätze. Mindestlohn sei hier kein Thema.

Stolz auf Made in Germany

Amberg. Die SPD zu Gast bei den Verbindungsspezialisten: Auf Einladung von Geschäftsführer Klaus Herdegen besuchte die Stadtratsfraktion die Lüdecke GmbH im Industriegebiet Süd. Der Betrieb, in dem 130 Mitarbeiter beschäftigt sind, setzt laut einer Presse-Info voll auf die begehrte Marke Made in Germany. Hergestellt werden Verbindungselemente für alle gängigen Kupplungssysteme, besonders für Luftdrucksysteme, hieß es weiter.

Der Erfolg des Unternehmens spiegele sich auch in dem Neubau wider, der derzeit entsteht. Direkt an der Ohmstraße werde im großen Stil investiert, nicht nur für die Produktion, auch für die Mitarbeiter werde viel getan - zum Beispiel mit einer neuen Kantine. "Der Betrieb versteht es, alle mitzunehmen", zeigte sich Stadträtin Simone Böhm-Donhauser beeindruckt. Mit Kunden weit über Europa hinaus, Lüdecke versendet zum Beispiel bis nach Chile, verfüge das Unternehmen rund um den Globus über zahlreiche Abnehmer. "Ein Betrieb, der seinesgleichen sucht, eine Erfolgsgeschichte der Amberger Wirtschaftswelt", resümierte Fraktionsvorsitzende Birgit Fruth.

Moedel mit Vorzeige-Modell

Amberg. (hae) Es ist immer wieder dieselbe Situation. Ein sehbehinderter Mensch steht vor dem Eingang einer Behörde und sucht nach dem Info-Center. Ohne Hilfe gibt es kaum eine Möglichkeit, den richtigen Ansprechpartner zu finden.

Solcher Probleme will sich das Inklusionsbündnis Amberg-Sulzbach annehmen. Es sieht seine Aufgabe darin, auch bei der Barrierefreiheit als Ansprechpartner zwischen den Betroffenen, den Verwaltungen und der Politik zu fungieren. Unter diesem Gesichtspunkt hat die Stadt das Bündnis gebeten, einen Ämtercheck zu starten und die Leitsysteme unter die Lupe zu nehmen. Hilfestellung bekam das Bündnis jetzt bei einer Besichtigung der Firma Moedel, in deren Verlauf der Geschäftsführer Martin Moedel sagte: "Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, den Sehbehinderten die Teilhabe am öffentlichen Leben zu erleichtern."Schon im Eingangsbereich könne der Ältere oder Sehbehinderte beispielsweise an tastbaren Lageplänen mit fühlbarer Beschriftung und Reliefdarstellung die Orientierung im Haus erspüren. Helfen würden auch Boden-Indikatoren als Leitlinien oder Noppen vor Glastüren. Handläufe mit Blindenschrift ließen den Besucher zudem sicher und zuverlässig in die oberen Stockwerke kommen.

Spontan sagte Martin Moedel der Gruppe zu, dass seine Firma ein vom Bündnis ausgewähltes Gebäude der Stadt zumindest im Erdgeschoss mit einem solchen Leit- und Orientierungssystem kostenlos ausstattet. Vorsitzender Georg Dietrich schlug vor, dass die Stadt und der Landkreis Ämter oder bestimmte Abteilungen ins Erdgeschoss verlegen sollten. Dann könnte mit relativ wenig Geld nachgerüstet werden.
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