Es geht auch kurz und knackig

Ganz schon was los. Und an jedem der Stehtische gab es zumindest ausführliche Informationen zu unterschiedlichsten Berufen, eventuell Angebote für Praktikumsplätze, wenn nicht sogar Ausbildungsstellen. Bilder: wpt (5)

Andere Zeiten, andere Methoden. Sorgten früher hauptsächlich Papa und Mama für eine Lehrstelle ihrer Kinder, so machen das viele jetzt lieber selbst. Als Speed Dating beispielsweise.

Wie bei vielen sprachlichen Amerikanismen ist auch dieser Ausdruck kaum griffig ins Deutsche zu bringen. Auf jeden Fall geht es um kurze, nacheinander geführte Gespräche, bei denen die teilnehmenden Seiten ihre jeweilige Interessenlage abtasten, um möglichst schnell herauszufinden, ob das etwas miteinander werden könnte. Am Samstag hatten berufsinteressierte Schüler aus Amberg und Umgebung im ACC die Gelegenheit, in dieser Disziplin zu üben.

Es geht auch querbeet

In Zeitblöcken von je nur 20 Minuten konnten sich junge Schulabsolventen in spe bei verschiedenen Firmen vorstellen und dadurch im Schnelldurchlauf etwa den einen oder anderen Praktikumsplatz ergattern. "Eigentlich kennt ihr das Konzept vom Speed Dating anders. Das Bildungswerk hat dieses Verfahren übernommen, um in kurzer Zeit zu sehen, ob Schüler und Unternehmen zusammen passen", erklärte den Besuchern Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer des bayerischen Unternehmensverbands für Metall und Elektro.

Firmen rege interessiert

"Aus dem einfachen 20-Minuten-Gespräch kann schnell ein Praktikum werden und vielleicht sogar bald eine richtige Ausbildungsstelle, wenn ihr eure Fähigkeiten richtig nutzt", führte der Profi weiter aus. Tatsächlich hatte diese Veranstaltung der Praktikumsbörse "Sprungbrett Bayern" einiges für berufsinteressierte junge Leute zu bieten. "Mit unserem Speed-Dating-Angebot sind wir das erste Mal in Amberg", erzählte Dirk Schönland, Mitarbeiter dieses Projektes. "Wir haben Referenten an Schulen geschickt, um einschätzen zu können, was die jungen Leute wirklich interessiert." Zudem gebe es momentan großen Zulauf von Firmen. So war es möglich, dass Unternehmen und Schüler an nur einem Vormittag eine Vielzahl von potenziellen Bewerbern und infrage kommenden Arbeitgeber kennenlernen konnten. Michael Mötter, der stellvertretende Geschäftsführer des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft, zeigte sich überzeugt: "Die Veranstaltung heute ist wirklich wie ein Sprungbrett. Sie kann euch jungen Leuten helfen, höher und weiter zu kommen. Nur den Sprung darauf müsst ihr jetzt noch allein wagen."

Sinnvolle Lückenbüßer

Bereits vor dem Veranstaltungstag konnten sich Schüler für Gespräche eintragen, die sie besonders spannend fanden. Miteinander geredet wurde dann in mehreren Runden, so dass manche auch mal eine Zeitlang keinen Termin hatten. Damit die Jugendlichen auch diese Minuten sinnvoll nutzen konnten, bot das Bildungswerk Workshops an, bei denen die Schüler üben konnten, wie sie ihre Bewerbung richtig schreiben oder sich im Bewerbungsgespräch richtig verkaufen. Im ACC hatten die Jugendlichen zudem die Gelegenheit, kostenlose Bewerbungsbilder von sich machen zu lassen.
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