Es rappelt in der "Kunstflugbox"

Wenn das mal nicht "Miss Goosebay" ist. Die alte Dame aus den USA schaute auch heuer wieder beim Amberger Flugfest vorbei. Bilder: Huber (6)

Einen Kilometer breit, einen Kilometer tief, einen Kilometer hoch: Das Luftamt Nordbayern hat der Stadt am Wochenende eine imaginäre Schachtel übergestülpt. Innerhalb dieser "Box" durften sich die Piloten beim Fliegerfest austoben.

Die Kunstflugstaffel aus Gera nahm das Angebot gerne an. Mit zwei Maschinen des tschechischen Typs Zlin drehten die Piloten aus Thüringen hoch über Amberg ihre Pirouetten. "Das war für mich der Höhepunkt der vergangenen Tage", sagte der Vorsitzende der Luftsportgruppe (LSG), Alexander Krone.

Eine knatternde Broussard

Am Sonntagnachmittag sorgten die Kunstflieger mit einem Ballonstechen für Begeisterung. Mitglieder der Luftsportgruppe ließen am Boden mit Gas gefüllt Luftballons aufsteigen. Die Piloten jagten dann mit ihren Flugzeugen den Ballons hinterher, um sie zum Platzen zu bringen. "Die arbeiten wirklich sehr professionell", lobte sie Krone. Für ihn war es das erste Flugfest als LSG-Chef. Im März war er zum neuen Vorsitzenden gewählt worden. "Ich bin quasi Spätberufener", erzählte der 50-Jährige. Er habe erst vor drei Jahren mit dem Fliegen angefangen. "Momentan bin ich Motorsegelschüler." Die Zuschauer freuten sich nicht nur über die Kunstflüge der Zlin-Piloten, sondern beispielsweise auch über Walter Schmidt, den Kunstflugpilot der LSG. Er malte mit seinem Segelflugzeug lautlos farbigen Rauch in den wolkenlosen Himmel zaubern.

Ein richtiger Krachmacher war dagegen die französische Broussard, ein Oldtimer-Flugzeug aus den 60er Jahren. Auch eine alte Bekannte schaute wieder in Amberg vorbei: "Miss Goosebay" kam aus Bayreuth angeflogen. Das amerikanische Trainerflugzeug aus dem Zweiten Weltkrieges beeindruckte die Zuschauer vor allem mit seinem Motorenklang. 600 PS stecken in der Schnauze des 1943 in den USA gebauten Flugzeugs.

Wochenlang hatten LSG-Vorsitzender Krone und sein Team das Flugfest vorbereitet. Bis Freitag war nicht klar, ob die angekündigten Hubschrauberflüge stattfinden können. "Weil sich ein paar Dinge geändert hatten, dauerte es mit der Genehmigung", berichtete Krone. Schließlich hat dann doch alles geklappt. "Mit der Bürokratie ist das nicht so einfach. Da bleibt es manchmal bis zur letzten Sekunde spannend."

Etwa 3000 Besucher

Jeweils am Samstag- und am Sonntagnachmittag aktivierte die für den Luftraum über Amberg zuständige Flugsicherung in München die sogenannte "Kunstflugbox". Das Fliegen in diesem imaginären Würfel mit einer Kantenlänge von einem Kilometer war für alle unangemeldeten Flugzeuge tabu. Erster Ansprechpartner war für die LSG das Luftamt Nordbayern mit Sitz in Nürnberg. Es erteilte die generelle Genehmigung für die Nutzung des Luftraumes und gab auch grünes Licht für die speziellen Landeerlaubnisse.

Etwa 3000 Besucher dürften es gewesen sein, die sich am Sonntagnachmittag rund um den Flugplatz bei Fuchsstein tummelten. "Es war ein schöner Erfolg", bilanzierte Krone zufrieden.

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Bildergalerie im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/flugfest2015
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