Ex- und Neu-Trainer will DJK Ammerthal stark machen - Interview mit Robert Ziegler
Wieder "mit breiter Brust"

Kein Mann der leisen Worte: Robert Ziegler war insgesamt sieben Jahre Trainer der DJK Ammerthal und zeichnete verantwortlich für zwei Aufstiege in die Landesliga und in die Bayernliga. Bild: ref
Überraschend war der Zeitpunkt des zweiten Trainerwechsels beim Fußball-Bayernligisten DJK Ammerthal: Nur zwei Spieltage nach der Winterpause - ein Spiel gewonnen, eines verloren - musste Markus Mühling gehen. Eine Überraschung auch der Nachfolger: Robert Ziegler, Ex-Trainer der DJK, der sich im Mai 2013 aus Ammerthal verabschiedete und eigentlich mit Fußball nichts mehr zu tun haben wollte. Als "Herzensangelegenheit" bezeichnete Ziegler seinen Rücktritt vom Rücktritt, der "meinem Verein, dem ich sehr verbunden bin, mit dem ich so viele schöne Jahre erlebt habe", helfen will. Ein Interview mit Robert Ziegler, der zum dritten Mal als Trainer zur DJK Ammerthal kommt.

Knapp zwei Jahre ohne Fußball - kennen Sie überhaupt die Bayernliga noch und vor allem die Situation in Ammerthal?

Robert Ziegler: Ich hatte mich vom Fußball komplett zurückgezogen und mir in dieser Zeit gerade mal zwei Spiele angeschaut, darunter das Derby FC Amberg gegen Ammerthal. Natürlich schaut man auf die Vereine, mit denen man zu tun hatte. Aber niemals fundiert, ganz im Gegenteil.

Trauen Sie sich zu, mit der Mannschaft den Klassenerhalt zu schaffen?

Ziegler: Es ist sehr schwer, etwas zu sagen. Es ist nicht so, dass ich da hin fahre, und auf einmal ist alles anders. Aber ich traue mir zu, dass ich die Mannschaft bis zu einer möglichen Relegation in einen Zustand versetze, dass sie mit breiter Brust da rein geht. Aber das ist das Minimalziel, das heißt nicht, dass wir bis dahin alle Spiele herschenken. Wir wollen alle theoretischen Möglichkeiten ausschöpfen, den Klassenerhalt direkt zu schaffen.

Die Ausgangslage ist ja nicht berauschend ...

Ziegler: Noch 10 Spiele, 8 Punkte Rückstand, wenn Erlenbach sein Nachholspiel gewinnt - davor kann man die Augen nicht verschließen. Ich will nicht in die Vergangenheit schauen, die Mannschaft muss jetzt an einem Strang ziehen, eine Einheit werden. Nur mit Zusammenhalt funktioniert so etwas.

Das Potenzial scheint ja da zu sein, nach den vielen Spielerwechseln in der Winterpause ...

Ziegler: Man sieht schon, dass da einige dabei sind, die mit dem Ball umgehen können. Auch wenn's nach einer Parole klingt: Bei mir fängt jeder bei null an, vom Namen her gibt's da keine Bevorzugung. Jeder kann zeigen, was er drauf hat.

Gibt's ein verschärftes Training?

Ziegler: Das kann ich nicht sagen, weil ich nicht weiß, wie bisher trainiert wurde. Aber so richtig verschärft, nein, das gibt es nicht. Das Wichtigste ist, dass die Spieler einen guten Kopf und einen guten Geist bekommen, dass die Einstellung stimmt. Wir bekommen den Spagat schon hin.

Jetzt geht's gegen Haibach, dann nach Amberg zum Derby gegen den FC. Wird gleich das zweite Spiel unter Ihrer Regie das schwerste?

Ziegler: Bei einem Torverhältnis von 20:51 gibt es für uns kein einfaches Spiel. Wir denken zuerst an Haibach, und zum Derby kann ich nur sagen: Da freuen wir uns drauf, das sollte für jeden Fußballer ein Ansporn sein, vor so vielen Leuten zu spielen.

Wie lange geht Ihr Engagement in Ammerthal?

Ziegler: Ich sehe das Ganze für einen begrenzten Zeitraum. Mein Auftrag geht bis Saisonende, keinen Tag länger. Das ist so sicher wie ... ach, lassen wir die Kirche jetzt weg.
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