Fairtrade-Stadt Amberg: Dr. Helmut Kollhoff über Geschäftspraktiken in Afrika
Sklavenarbeit statt Schule

Eindringliche Worte fand Dr. Helmut Kollhoff an diesem Informationsabend, er zitierte auch aus Sachbüchern. Bild: Huber
Die Steuerungsgruppe der Fairtrade-Stadt Amberg in der Aula des Erasmus-Gymnasiums startete ihre Reihe von Themenabenden. Erste Frage: Was hat unser Schokoladenkonsum mit Armut von Menschen in Afrika zu tun? Referent Dr. Helmut Kollhoff führte mit einem aufrührenden Kurzfilm ins Thema ein.

Eine Improvisation auf dem Klavier von Direktor Peter Seidl verstärkte die Wirkung. Die globalen, sozialen und ökologischen Folgen unseres Handelns führte Kollhoff an vielen Bildern und Diagrammen vor. Allein die faire Bezahlung von Arbeit und Rohstoffen sowie eine angemessene Steuerabgabe der Konzerne in den Entwicklungsländern würde diesen Ländern zehnmal so viel Geld einbringen wie die gesamte staatliche Entwicklungshilfe von unserer Seite. "Wir könnten unsere Hilfe sofort einstellen, wenn wir aufhören würden, sie zu bestehlen. Der Export unserer durch EU-Zuschüsse billig hergestellten Lebensmittel nimmt den Bauern und Händlern in Afrika ihre Arbeits- und Lebensgrundlage." Der Landkauf im großen Stil, auch von deutschen Konzernen, führe zur Vertreibung von Menschen aus ihren angestammten fruchtbaren Regionen. Diese und weitere Geschäfts- und Politikpraktiken führen in Afrika zu Hunger und Armut.

Die Klasse 8c des Erasmus-Gymnasiums zeigte in einem Sketch die unwirkliche Situation: Sie wurden von der Schule abgemeldet, um als Sklaven auf Plantagen zu arbeiten. Dass dies für Millionen von Menschen bittere Realität ist, erfuhren die Zuschauer eindringlich.

Zum Ende wurden die Zuhörer eingeladen, faire Schokolade, Mangosaft und Wein zu verkosten und den eindrücklichen Abend ausklingen zu lassen. Es lagen zahlreiche Bücher und Broschüren zum Thema aus, das Schnuppern darin sollte die Zuhörerschaft veranlassen, sich weiter damit auseinanderzusetzen.
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