Familien-Musical "Schneewittchen" im ACC
Große Liebe trotz Schönheit

Im ACC erlebten die vielen Zuschauer eine moderne, bunte und fröhliche Interpretation des Märchens der Gebrüder Grimm. Präsentiert hat das Musical das Theater Liberi aus Bochum. Bild: Steinbacher

Märchenhafter Gesang und Tanz verzauberten am Sonntag Jung und Alt im ACC. Mit viel Charme und Witz demonstrierte das Familien-Musical "Schneewittchen", dass ein makelloses Äußeres nicht alles ist.

"Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?" Scheint diese fatale Frage auch allseits bekannt, so staunten zahlreiche Märchenfans am Sonntagnachmittag dennoch nicht schlecht über die bunte Neuauflage der Erzählung. "Schneewittchen - das Musical" machte auf seiner gut zweimonatigen Tour durch Deutschland Halt im ACC.

Moderne Musik und geschmeidige Choreographien verhalfen der Geschichte zu neuem Glanz, so dass nur vereinzelt Plätze im großen Saal frei blieben.

Haut so weiß wie der Schnee vor den Fenstern des ACC, Lippen so rot wie Blut und Haar so schwarz wie Ebenholz: Schneewittchen ist bekannt für ihr makelloses Äußeres. Und doch ist diese Beschreibung der Gebrüder Grimm genau das, worauf das Theater Liberi aus Bochum die Märchenprinzessin nicht reduzieren möchte. "Unser Schneewittchen ist so angelegt, dass sie trotz und nicht wegen ihrer Schönheit ihre große Liebe findet", sagt Darstellerin Julia Anna Friess über ihr Alter Ego.

Der Kuss des Prinzen

"So sein, wie ich jetzt bin, find' ich gar nicht so schlimm", singt sie daher in ihrer Rolle. Auf dem Weg zum Glück entgeht Schneewittchen nur knapp dem Mordkomplott der Stiefmutter. Unterschlupf findet das junge Mädchen bei den munteren Zwergen im Wald, wo die neidgeplagte Königin es dennoch eines Tages aufspürt. Ein vergifteter Apfel lässt Schneewittchen scheinbar für immer einschlafen, doch der Kuss des Prinzen erweckt sie zum fröhlichen Happy End.

Im Musical bleibt offen, ob die eitle Stiefmutter für ihre Taten bestraft wird - stattdessen wird gemeinsam gesungen und getanzt. "Die Moralkeule (...) lassen wir bewusst weg und garantieren ein Happy End", erklärt Produzent Lars Arend. "Wir wollen schließlich, dass Kinder ab vier Jahren, aber auch Eltern, Omas, Opas und Tanten und Onkel das Theater mit einem guten Gefühl verlassen." Ein heiteres Gemüt ist zahlreichen strahlenden Kindern am Ende der Vorstellung anzusehen. Selbst Erwachsene summen beim Weg aus dem Saal noch den Ohrwurm "Faul ist toll" der beliebten Zwerge.

Alles sehr kindgerecht

Die zwei Kerlchen, deren fünf Kollegen durch Schattenprojektionen zum Leben erweckt wurden, sorgten nicht nur bei Zuschauerin Peggy Kunstmann für viele Lacher. "Die Zwerge waren ziemlich lustig. Es war alles sehr kindgerecht." Ihre Tochter Evelyn, die sich nach der Vorstellung noch Autogramme aller fünf Darsteller sichern konnte, bewunderte dagegen Schneewittchen, "weil sie so schön war." Auch die anderen Rollen fanden großen Anklang.

Für die ganze Familie

"Die Königin hat so toll gesungen", schwärmte Emma Schwegler mit Mutter Helena nach der Vorstellung. Liebenswert angelegte Figuren in Kombination mit eingängigen Liedern und einem raffinierten Bühnenbild machten das Musical zu einem Erlebnis für die ganze Familie.
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