Familienglück beim Handballtraining

Hiven und Abdulrahman Kindi. Bild: hfz
Bomben, Flucht, Schlauchboot im Mittelmeer: Sie sind eine dieser Familien, deren Geschichten um die Welt gingen. Hiven (34 Jahre) und Abdulrahman(35)Kindi flohen im Sommer diesen Jahres mit ihren zwei Töchtern (5 und 8 Jahre alt) aus Aleppo nach Deutschland. In Syrien arbeitete Hiven als Krankenschwester und Abdulrahman als Schneider. Ihr Haus war zerbombt worden, auch die zweite notdürftige Unterkunft bei Verwandten lag nach kurzer Zeit in Trümmern.

Die Flucht zog sich über mehrere Wochen hin, überwiegend zu Fuß. Um von der Türkei nach Griechenland zu gelangen, setzte sich die Familie in ein Schlauchboot. Ein Horrortrip, denn mitten im Meer ging der Motor kaputt. Ein Schiff, das in der Nähe war, brachte die Passagiere sicher an Land. Von dort ging es weiter mit wochenlangen Fußmärschen. Schließlich kam die Familie im August nach Amberg und wurde in der Notunterkunft der Barbaraschule untergebracht.

"Wir sind sehr dankbar und froh über die Hilfen und Zuwendungen, die uns hier zuteil werden", lassen die Kindis übersetzen. Sie hätten mittlerweile Freundschaften mit ehrenamtlichen Helfern und dem Sicherheitspersonal geschlossen. Die Töchter nehmen seit kurzem am wöchentlichen Training des Handballvereins teil. Die Mitglieder organisieren Fahrdienste, da die Familie nicht mobil ist. "Der Sport ist für uns eine große Hilfe", sagt Vater Abdulrahman. "Das bringt Ablenkung und ein Stück gelebte Normalität." Für die Zukunft wünschen sich die Eltern, dass sie und ihre Kinder, nach und nach in Deutschland integriert werden. "Wir wissen, wie wichtig die Sprache ist und brennen darauf, bald an Deutschkursen teilzunehmen."

In der Notunterkunft fanden sie mehrere aufopferungsvolle Helfer. Zum Beispiel einen Lehrer, der seine Ferien damit verbrachte, den Flüchtlingen unentgeltlich die Grundregeln der deutschen Sprache und einige Gepflogenheiten näherzubringen. "Die Kinder sollen bald zur Schule gehen und wir hoffen, eine Arbeit zu finden, damit wir unser Leben selbstständig und unabhängig gestalten können." Vor allem ist der Familie wichtig, endlich in Sicherheit und nicht länger der ständigen Bedrohung des Krieges ausgesetzt zu sein.
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