Familienvater holte Vierjährigen aus dem Wasser im Kufü
"Ich bin kein Held"

Andreas Piehler: "Der Bademeister war viel besser als ich. Er hat das Kind gerettet."

Andreas Piehler ist 49 Jahre alt, kommt aus Ensdorf und hat drei Kinder im Alter von 8, 12 und 21 Jahren. Beruflich ist er als Architekt tätig. Das alles war am Freitag nebensächlich. Denn der Familienvater wurde zum Lebensretter. Er holte den Vierjährigen aus dem Wasser, der leblos im Erlebnisbecken des Kurfürstenbades trieb.

Herr Piehler, wie sind Sie auf den Buben aufmerksam geworden?
Andreas Piehler: Wir waren in der Sauna. Dann wollte eines meiner Mädchen zur Rutsche. Ich war auf der Brücke, die dort ist, und dann habe ich ihn schon gesehen. Er war blau, hatte die Augen offen und trieb leblos im Wasser.

Da muss man nicht lange überlegen, oder?
Piehler: Nein! Ich bin sofort rein, habe ihn gepackt und lief mit ihm auf dem Arm, Kopf nach unten und auf seinen Rücken klopfend, zum Bademeister. Da habe ich geschrien: "Schnell, mach' was!"

Christian Dühring hat was gemacht. Genau das Richtige.
Piehler: Ja. Er hat den Buben reanimiert. Der hat sich dann mehrmals erbrochen. Ich habe gesehen, dass der Kleine wieder Farbe kriegt.

Sie sind ein Lebensretter. Für viele sicher auch ein Held.
Piehler: Für mich ist das selbstverständlich. Ich bin kein Held. Mir ist der Trubel fast schon etwas peinlich. Der Bademeister war viel besser als ich. Er hat das Kind gerettet.

Können Sie sich erklären, warum es so lange gedauert hat, bis die Oma des Buben kam? Waren das wirklich 15 Minuten?
Piehler: Weiß ich nicht. Aber zehn Minuten waren es auf jeden Fall. Die Frau spricht kein Deutsch. Sie hat die Durchsagen nicht verstanden.

Man muss ihr aber doch trotzdem Vorwürfe machen!?
Piehler: Bei Vorverurteilungen muss man aufpassen. Ich bin da vorsichtig.
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