Fast perfekte Balance

Das war die frühe Führung für den FC Amberg bereits in der 5. Minute durch einen raffiniert getretenen direkten 20-Meter Freistoß von Sven Seitz (Mitte hinten), gegen den der Eltersdorfer Torhüter Sebastian Lechner keine Abwehrchance hatte. Rechts hinten beobachtet FC-Mittelfelspieler Marco Wiedmann die Szene. Bild: Ziegler

Mit 2:1 führte der FC Amberg zur Pause gegen den SC Eltersdorf in einem bis dahin ruhigeren Spiel. Aber dann: Ein übles Foul direkt vor der Amberger Bank brachte einige FC-Kicker auf die Palme - und so richtig in Spiellaune.

Fast zwei Monate musste der FC Amberg auf einen Heimsieg warten - den letzten gab's Anfang August gegen Erlangen-Bruck. Gegen den SC Eltersdorf zeigte das Team von Timo Rost aber, dass man es noch kann: 3:1 hieß es am Ende gegen keineswegs schlechte, offensiv aber harm- und defensiv sorglose Gäste aus Mittelfranken.

Einer der Hauptgründe für den Sieg: Der FC zeigte zwei konstant gute Halbzeiten. "Wir haben über 90 Minuten gut gespielt und vor allem die Balance zwischen Pressing und Kompaktheit gefunden - das hat uns zuletzt zu Hause gefehlt", freute sich Timo Rost über den zweiten Heimsieg der Saison im siebten Anlauf. Gästetrainer Hendrik Baumgart ärgerte sich hingegen: "Wir haben uns für unseren großen Aufwand nicht belohnt. Und das liegt eben daran, dass wir dem FC Amberg die Tore quasi geschenkt haben."

Beide Trainer änderten ihre Startelf gegenüber dem letzten Spieltag auf mehreren Positionen. Bei Eltersdorf kamen vier Neue ins Spiel, Top-Torjäger Michael Jonczy saß zu Beginn nur auf der Bank. Rost setzte auf Alexander Konjevic, Sven Seitz und Benjamin Werner statt Julian Ceesay, Christian Knorr und Tobias Wiesner - und gerade die Idee mit Sven Seitz sollte sich auszahlen. Denn der Rechtsaußen drehte nach fünf Minuten einen Freistoß vom Strafraumeck perfekt in den Winkel und brachte den FC so in Führung.

Amberg hielt Eltersdorf danach in Schach, machte aber selbst nicht mehr allzu viel nach vorn. Diese Passivität bestrafte Maximilian Großmann in der 21. Minute mit einem sehenswerten Treffer von der Strafraumgrenze - einer der wenigen Momente des Tages, an dem die FC-Defensive zu weit weg war von den SC-Angreifern. Abgesehen von einem weiteren Freistoß von Seitz passierte nicht viel auf dem Platz, etliche Fouls ließen keinen wirklichen Spielfluss zu. Eltersdorf kassierte in den ersten 45 Minuten fünf Verwarnungen.

Eine dieser Gelben Karten hatte aber Einfluss auf den Rest der Partie: Nach gut 35 Minuten mähte Gästekapitän Thomas Dotterweich Kai Hempel direkt vor der Amberger Trainerbank um, der Ball war da schon einige Meter entfernt. Nach einer kurzen, aber hitzigen Diskussion war das Spiel des FC plötzlich anders: Mit mehr Biss und Feuer, nicht nur in den Zweikämpfen. Und dieser Extraschuss an Willen und Leidenschaft leitete auch das 2:1 ein: Frank Lincke eroberte den Ball im Mittelfeld, Sven Seitz brachte den Ball mit viel Effet nach vorn, wo sich Gästekeeper Sebastian Lechner so verschätzte, dass Michael Dietl nur noch zur 2:1-Halbzeitführung einschieben brauchte.

Im zweiten Abschnitt hatte der SC die erste Chance, Matthias Götz wehrte einen Weitschuss allerdings problemlos ab. Den Deckel aufs Spiel hätte Benjamin Werner machen können (oder sogar müssen), als er einen katastrophalen Fehlpass der Gäste aufnahm, die Defensive und den Torwart umkurvt hatte, aber den Ball aus nicht allzu spitzem Winkel nicht im Netz unterbrachte.

Für die Entscheidung sorgte nach 66 Minuten der eingewechselte Julian Ceesay, der nach einer Ecke die Verwirrung in der Eltersdorfer Abwehr ausnutzte und nur noch den Fuß zum 3:1 hinhalten musste. Trotz des eingewechselten Michael Jonczy brachten die Gäste offensiv kaum mehr gefährliche Aktionen zustande, auch weil der FC es an diesem Tag schaffte, hinten kompakt zu stehen und vorne früh den Spielaufbau der Gäste zu stören. Und so stand am Ende ein verdienter 3:1-Heimerfolg für den FCA, der zeigte, wie es am Schanzl funktionieren könnte, wenn alle Rädchen ineinander greifen.

Ein Spektakel war es sicher nicht, aber das muss es ja auch nicht sein: "Wir haben gezeigt, dass wir auch zu Hause kompakt stehen und trotzdem erfolgreich sein können", bilanzierte Timo Rost. Und das eben gegen einen Gegner, der sicher nicht zur Laufkundschaft der Bayernliga gehört.
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