Fatale 81 Sekunden

ERSC-Verteidiger Boris Flamik (links vorne) bezwang den Passauer Torhüter Christian Hamberger in der 38. Minute auf Zuspiel von Julian Behmer bei 5:4-Überzahl zum zwischenzeitlichen 2:6. Bild: Ziegler

Trotz eines 1:6-Rückstandes gegen den EHF Passau ist der ERSC Amberg drauf und dran, die Partie noch herumzureißen - letztlich aber vergeblich. Ein "Turbo-Dreierpack" der Niederbayern ist dann doch eine zu hohe Hypothek.

Die Löwen hatten am Freitagabend in ihrem letzten Heimspiel der Eishockey-Landesliga Nord/Ost in dieser Saison einen echten Kaltstart. Bereits die ersten beiden Torschüsse der Passauer landeten hinter Lukas Stolz im ERSC-Gehäuse. Da waren gerade einmal 185 Sekunden gespielt. Dabei hatte sich die Ponitz-Truppe so viel vorgenommen, trotz der Ausfälle von Trometer, Schönberger, Pruett, Hoffmann, Augsberger und Söllner.

Schneller Stimmungsdämpfer

Es dauerte etwas, bis sich die Amberger von diesem Doppelschlag erholt hatten und dann häuften sich die Chancen für die Gastgeber. Daniel Krieger und Sebastian Aukofer scheiterten noch an Hawks-Torhüter Christian Hamberger, aber Boris Flamik hatte dann in doppelter Überzahl der Löwen mehr Erfolg. Es blieb allerdings keine Zeit, dass durch das 1:2 eine mögliche "Hurra-Stimmung" aufkommen könnte, denn keine zwei Minuten später nutzten die Passauer die Unsortiertheit in der Löwen-Abwehr zum 1:3 durch Kontingentspieler Rok Jakopic. Amberg bäumte sich weiterhin auf, hatte dann auch zwei echte Großchancen durch Dominik Farnbauer und Kirill Groz, die erneut von Hamberger vereitelt wurden. Es war aber ein deutlicher Hinweis, dass der ERSC die Partie noch nicht abgeschrieben hatte und noch drehen wollte.

Konfusion in der Abwehr

Das mussten die Löwen ab dem Mittelabschnitt dann aber auch noch ohne Sebastian Aukofer bewerkstelligen, den ein blockierter Wirbel außer Gefecht setzte. Das Drittel begann zäh und weitgehend ereignislos, wobei Passau auf Konterchancen lauerte und der ERSC durch eigene Strafzeiten ausgebremst wurde. Erst gegen Ende des Abschnitts hin wurde es wieder aufregender - mit fatalen Folgen für die Gastgeber. Zunächst kassierten sie in Unterzahl das 1:4 durch ein offensichtliches Schlittschuhtor, dann nutzte Hawks-Stürmer Oliver Ferstl die ganze Konfusion in der Amberger Hintermannschaft zu einem weiteren Doppelpack - und dies alles binnen 81 Sekunden. Damit war die Partie eigentlich entschieden und Lukas Stolz räumte seinen Platz im Tor für Daniel Sellerer. Das 2:6 in der Schlussphase des Drittels, erneut durch Flamik, wurde hier zunächst nur als Ergebnis-Makeup registriert.

Es bekam aber eine ganz andere Bedeutung, als Matti Swadzba bereits nach 25 Sekunden im Schlussdrittel zum 3:6 nachlegte und der ERSC nun - ähnlich wie gegen Bad Kissingen - zur Aufholjagd blies. Vor dem Gästetor herrschte nun Dauerbetrieb, aber Passau verteidigte mit Glück und Michael Hamberger in der besten Phase der Löwen.

Alles auf eine Karte

In doppelter Überzahl gelang Amberg dennoch das 4:6 durch Florian Bartels und setzte nun alles auf eine Karte. Dabei fing sich der ERSC fünf Minuten vor dem Ende den entscheidenden Konter zum 4:7 durch Tim Hirtreiter ein, der noch einmal die größere Kaltschnäuzigkeit der Hawks vor dem Tor dokumentierte.
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