Fauchen, fetzen, Friede
Angemerkt

Die SPD hat mit der CSU im Amberger Stadtrat nur eine Kooperation, keine Koalition. Das hat sie vor kurzem ihren Mitgliedern erläutert. Wer im Hauptausschuss beobachtete, wie sich die beiden Fraktionschefs Birgit Fruth (SPD) und Dieter Mußemann (CSU) zeitweise anfauchten, hätte auch eine lockere Zusammenarbeit nicht für möglich gehalten.

Das wirkte - vor allem bei der Diskussion um die Gewerbebau - eher wie der Zank eines zerstrittenen Ehepaares, das kurz vor der Trennung steht. Auch durch die feinen Manöver, mit denen man die Gegenseite provozierte. Birgit Fruth erklärte, in der SPD gebe es keinen Maulkorb, was natürlich die Interpretation zuließ, die CSU bediene sich eines solchen Instruments.

Dieter Mußemann machte bei der Anrede zwischen "Frau" und "Fruth" immer eine kleine Pause. Vor manch geistigem Ohr schwebte wohl ein Stoiber'sches "äh" über der Lücke. Kam auf jeden Fall so rüber, als müsse er sich erst an den Namen der Kollegin erinnern, um ihr auf diese subtile Weise mitzuteilen, dass sie ja noch gar nicht so lange im Stadtrat sei und manch Themen nicht in ihrer ganzen Tiefe erfassen könne.

Nachdem man sich aber beim Punkt Gewerbebau richtig ausgetobt und das gemeinsame Mittagessen offensichtlich eine besänftigende Wirkung entfaltet hatte, raufte man sich am Nachmittag zusammen und harmonierte recht schön. Das Band, das die Kooperation zusammenhält, schien wiederhergestellt. Jetzt blieb sogar Raum für die Überlegung, dass es natürlich Aufgabe von Fraktionssprechern ist, die Ansichten ihrer Truppe unverkennbar deutlich zu machen. Und dass eine ganztägige Haushaltssitzung unterhaltsamer ist, wenn sich die Akteure mal fetzen.

markus.mueller@zeitung.org

Polizeibericht Mit Drogen auf zur Polizei

Amberg. (mte) Das, was ein 29-Jähriger am Donnerstag unternahm, mutet schon seltsam an. Mit seinem Mofa fuhr der Amberger gegen 14 Uhr ausgerechnet bei der Polizeiinspektion vor. Schließlich hatte er ein wichtiges Anliegen im Gepäck: Er wollte eine Anzeige aufgeben. Stattdessen musste er aber etwas zugeben: Drogen genommen zu haben.

Zu seltsam benahm er sich, fand ein Polizist, der deshalb erst die Anzeige des 29-Jährigen aufnahm und dann die Erlaubnis zur Blutentnahme abnahm. Hatte der Mofafahrer doch zuvor bereitwillig eingeräumt, Drogen genommen zu haben.
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