FC Amberg nutzt Derby gegen Ammerthal für Typisierung - Im Stadion kein Platz - Samstag von 15 ...
Premieren-Pikser im Partybus

Bisher war der Sulzbach-Rosenberger Party-Bus hauptsächlich bei Festen und nachts (wie hier am Luitpoldplatz) im Einsatz. Am Samstag wird der rote Doppeldecker Schauplatz einer groß angelegten Typisierung eventueller Knochenmarkspender. Bild: Otto Balleisen
Amberg. (tk) Das hat es in der 28-jährigen Geschichte der Selbsthilfegruppe Krebskranker Kinder noch nicht gegeben: Wenn am Samstag ab 16 Uhr der FC Amberg in der Fußball-Bayernliga Nord gegen die DJK Ammerthal zum mit Spannung erwarteten Derby antritt, will Gerda Schommer mit ihrem Team zeitgleich den Kampf gegen Blutkrebs gewinnen - ausgerechnet in einem Partybus.

"Das ist ganz was Neues. Ich bin gespannt, wie's wird", sagt die Ammerthalerin über den ungewöhnlichen Typisierungs-Ort, den sie Frank Käfer zu verdanken hat. Der Marketing-Vorstand des FC Amberg beschäftigt in seinem Unternehmer eine Mitarbeiterin, deren Tochter mit zwei Jahren an Leukämie erkrankte. Das Mädchen ist mittlerweile 17 Jahre alt und hat dank einer Knochenmarkspende überlebt. Für Käfer und die restlichen FC-Verantwortlichen war das Anlass genug, angesichts der zu erwartenden Menschenmassen nicht nur Fußball im Kopf zu haben: "Es ist gut, wenn nicht nur die Rivalität des Derbys im Vordergrund steht, sondern auch das Miteinander. Dass wir zusammen was machen."

Da die Vorsitzende der Selbsthilfegruppe aus Ammerthal kommt, habe es nahegelegen, das Spiel am Samstag für eine groß angelegte Typisierungsaktion zu nutzen. "Da kommen viele Leute aus der Region. Wir wollen versuchen, möglichst viele junge Leute dazu zu bewegen, sich typisieren zu lassen." Die entscheidende Frage war nur: Wo? Da die Katakomben im FC-Stadion von den beiden Mannschaften und den Schiedsrichtern belegt werden, kam eigentlich nur noch das Sportpark-Restaurant infrage. "Aber wir können die Gaststätte nicht blockieren." Es musste eine andere Idee her. Und die war relativ schnell geboren: "So sind wir auf den Partybus gekommen", sagt Käfer.

Der Doppeldecker aus Sulzbach-Rosenberg gehört Otto Balleisen, der die Aktion gerne und kostenlos unterstützt: "Für so was sind wir immer zu haben." Von 15 bis 18.30 Uhr steht der zur Blutzapfstelle umfunktionierte Bus beim Stadion am Schanzl.

In der unteren Etage gibt es Kaffee und Kuchen, ein Stockwerk höher gibt's den Piks, der Leben retten kann. Pro Typisierung muss die Selbsthilfegruppe von Gerda Schommer 50 Euro zahlen. Da wäre es hilfreich, "wenn die Leute Geld spenden würden, auch wenn sie sich nicht typisieren lassen oder bereits typisiert sind". Auf die Unterstützung ist die Ammerthalerin angewiesen, weil sie im Prinzip bei jeder Aktion finanziell bei null anfangen muss. Aber: "Wir haben es bisher immer geschafft, alles zu bewältigen", sagt die Selbsthilfegruppen-Vorsitzende, die genau weiß, dass auch die Deutsche Knochenmark-Spenderdatei als Dachverband am Samstagnachmittag eine Premiere erlebt: "Typisierung in einem Partybus? Das hat auch die DKMS noch nicht gemacht."
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