Ferienjob: Zu spät dran?

Lokales
Amberg in der Oberpfalz
06.08.2015
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Noch schnell eine Schokoladen-Kugel aus der Eisdiele? Nach der Schule ins Kino? Neue Turnschuhe oder Sandalen? Das kostet alles. Als Schüler hat man ein Problem: Man verdient nichts - trotz einer Vollbeschäftigung. Doch es gibt eine Lösung.

Und diese sieht so aus: In den Sommerferien arbeiten, um später Geld für Vergnügungen zu haben. Wenn man einen der begehrten Plätze erobert hat, gibt es allerdings noch einiges zu beachten. Ferienarbeiter übernehmen meist leichte Aufgaben, die keiner langwierigen Ausbildung bedürfen. "In einzelnen Betrieben und Branchen lag da der Lohn bisher auch mal unter 8,50 Euro", erklärte Johann Schmalzl, Leiter der Geschäftsstelle der Industrie- und Handelskammer (IHK).

Mindestens 18 Jahre alt

Die meisten Unternehmen orientieren sich an Tarifen und betrieblichen Regelungen, auch für Ferienarbeiter. Deshalb sei der überwiegende Anteil der Stellen schon vor Einführung des Mindestlohns höher bezahlt worden, sagte Schmalzl. Die Lohnuntergrenze gelte nur "für Ferienarbeiter, die mindestens 18 sind oder bereits über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen", so der IHK-Leiter weiter. "Die Zahl der angebotenen Ferienarbeitsplätze schwankt aber von Jahr zu Jahr." Er schätzt, dass in den kommenden Jahren es tendenziell weniger Ferienarbeitsplätze geben wird, da die Anforderungen steigen und immer weniger Aufgaben ohne Einarbeitung erledigt werden können. "Allerdings gehe ich davon aus, dass die Unternehmen in der Urlaubszeit auch künftig Ferienarbeiter einsetzen", meinte Schmalzl. "Denn Ferienarbeit ist für Schüler und Studenten eine gute Gelegenheit, Einblick in die Arbeitswelt zu bekommen. Das ist auch im Interesse der Unternehmen".

Wer einen Platz ergattern konnte, sollte wissen, dass der Arbeitgeber das Jugendarbeitsschutzgesetz einhalten muss. Darin ist beispielsweise festgehalten, dass Mädchen und Jungen, die in den Ferien ihr Taschengeld aufstocken wollen, mindestens 15 Jahre alt sein müssen. 15- bis 18-Jährige dürfen maximal acht Stunden täglich oder 40 Stunden wöchentlich arbeiten.

Ein Trend sei bei den meisten Unternehmen zu beobachten: Sie melden keine Ferienarbeitsplätze mehr an die Agentur für Arbeit, erklärte Geschäftsstellenleiter Franz Elsner. Schüler sollten sich deshalb wegen Ferienjobs direkt an die Unternehmen wenden, so sein Tipp.

Grammer sucht noch

Zum Beispiel an die Firma Grammer. Laut Unternehmenssprecher Ralf Hoppe ist Ferienarbeit noch in unterschiedlichen Fachabteilungen für die gesamten Sommerferien möglich. Gesucht würden Schüler und Studenten ab 18. Über den Stellenmarkt der Homepage gelangen Interessierte über das Formular "Initiativbewerbung Ferienarbeit" zum Bewerbungs-Assistenten. Dort könnten sie unter anderem Angaben zu ihren eventuellen bisherigen Erfahrungen und dem gewünschten Arbeits-Zeitraum machen. Auch Direktbewerbungen seien möglich. Die Anwärter werden laut Hoppe im Bewerber-Pool gespeichert und bei Bedarf kontaktiert. Die Bezahlung sei tariflich gebunden, liege also deutlich über dem Mindestlohn.

Bei Siemens ist die Bewerbungszeit heuer schon vorbei. Wer 2016 einen der begehrten Plätze ergattern möchte, sollte sich nach Angaben der Firma bereits ein halbes Jahr vor den Sommerferien bewerben.

Weitere Informationen zum Thema "Mindestlohn" unter www.arbeitsrechte.de/mindestlohn/
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