Festdebatte glatt verpennt
Angemerkt

Na, wer hat denn da geschlafen? Wahrscheinlich so ziemlich alle! Denn die muntere Diskussion ums Altstadtfest, die gleich nach der 40. Auflage im vergangenen Jahr im Stadtrat geführt wurde, ist so detailliert, vielschichtig und öffentlich nie wieder aufgegriffen worden. Und das, obwohl sich das Gremium mehrheitlich dafür ausgesprochen hatte, eine Grundsatzdebatte über Vorbereitung und Gestaltung künftiger Feste zu führen.

Unser Altstadtfest, das wir doch alle gerne feiern, einfach vergessen? Der Wunsch, in der Zukunft vieles (noch) besser zu machen, unter den Tisch gefallen? Ist all das übersehen worden in der neuen Legislaturperiode des Stadtrats, der sich auch mit vielen anderen Aufgaben befassen musste? Hat die Verwaltung die Füße still gehalten, weil kein Anstoß von der Politik mehr kam oder hat sie es genauso verpennt, die Sache anzugehen?

Petra Strobl von der Amberger Congress Marketing als Veranstalter behauptet eher Ersteres. Aber sie allein können wir wohl nicht zum Sündenbock machen. Möglicherweise hat tatsächlich nach der ersten Grundsatzdebatte keiner mehr einen Antrag gestellt, sich des Themas zeitnah anzunehmen. Auch der Vorstoß der SPD, die das nun kritisch feststellt, kommt zu spät. Die Genossen bringen die Angelegenheit zwar ans Licht, müssen sich aber ebenso kritisch fragen lassen, warum sie nicht eher darauf gekommen sind. Auch vergessen?

Wahrscheinlich müssen sich in dieser Stadt viele an der Nase fassen und es einfach zugeben: Ja, vergessen. Schade drum! Denn schon heuer hätte es mehr Kunst, Kultur, Theater, Gaukler und Co. geben können - all das, was 2014 vorgeschlagen wurde und nur angepackt werden hätte müssen.



Reaktionen ACM sagt: Keine Einladung erhalten

Amberg. (ath) "Wir hätten uns gerne beteiligt, aber wir haben keine Einladung bekommen." Mit diesen Worten reagierte Petra Strobl, die Chefin der Amberger Congress Marketing - sie veranstaltet das Altstadtfest -, auf die Kritik der SPD und die Forderung nach einer Grundsatzdebatte.

Auch von den Sozialdemokraten sei seit der Diskussion im Stadtrat Ende Juli 2014 keine Aufforderung mehr gekommen, einen runden Tisch für die künftige Festgestaltung zu bilden. Die Pressestelle der Stadt lieferte trotz Anforderung der AZ am Mittwoch bis gestern keine Stellungnahme zum Thema und den Vorwürfen der SPD-Fraktion.
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