Festwirt-Notlösung nie bereut
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"15 Jahre? Ich glaube, vor mir war noch keiner so lange Festwirt." Über seine eineinhalb Jahrzehnte auf der Dult sagt der Hohenkemnather Josef Hirsch: "15 Jahre als Notlösung, 15 Jahre Geld verdient, 15 Jahre ans Finanzamt gezahlt und 15 Jahre Spaß gehabt." Bild: Hartl
Amberg.(tk) "Hendln, Haxn, Bier, Bratwürscht und an Kaas" - mehr gab es laut Josef Hirsch auf der Dult nicht zu essen, als er vor 15 Jahren als Festwirt anfing. Zu dem Job war der Hohenkemnather eher gekommen wie die Jungfrau zum Kind. Der damalige Zeltbetreiber, ein Gastronom aus dem Regensburger Raum, hatte Bräu Reinhold Kummert wie in den Vorjahren zu-, nur sechs Wochen vor der Pfingstdult aber abgesagt.

Hirsch erinnert sich, als ob es gestern gewesen wäre: "Der Herr Kummert hat mich angerufen und gemeint, dass er etwas mit mir zu besprechen hätte." Der gelernte Metzger, der zu diesem Zeitpunkt bereits einen erfolgreichen Partyservice betrieb, aber keinerlei Erfahrung mit Festen dieser Größenordnung hatte, sagte spontan zu: "Wir hatten kein Zelt, keine Musi und nur sechs Wochen Zeit, um alles zu organisieren." Mit dem Abstand von mittlerweile 15 Jahren schüttelt Hirsch den Kopf: "Der Materialeinsatz ist uns schwer misslungen." Die Speisen, die bei den Besuchern reißenden Absatz gefunden hätten, waren zu knapp kalkuliert. Andere Lebensmittel blieben dagegen liegen: "Da hamma gscheid draufzahlt", ließ Hirsch gestern Mittag am Rande des traditionellen Schausteller-Frühschoppens wissen und machte kein Geheimnis daraus, dass seine Frau Brigitte (53) damals am liebsten die Finger für immer vom Dult-Geschäft gelassen hätte, aber: "Ich habe irgendwie gespürt, dass da noch mehr zu machen ist."

Sein Bauchgefühl ließ den damals 45-Jährigen nicht im Stich. Schon zwölf Monate später fuhren die Hirschs, die im Vergleich zu ihrem Vorgänger für Sicherheitspersonal und eine umfangreichere Karte gesorgt hatten, in die Gewinnzone. Dort sind sie auch jetzt und möchten es künftig weiterhin bleiben. Sicher keine 15 Jahre mehr, verriet Hirsch: "Ich bin ja jetzt auch schon 60."

Von heute auf morgen möchte er nicht aufhören, lieber noch ein paar Jahre weitermachen. Bevor Sohn Daniel (36) übernehmen könnte.
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