Fetzige 50er

Die BMW Isetta parkt im Foyer gleich neben der Litfasssäule - das Museum hat die Zeit zurückgedreht. Filterkaffee, Toast Hawaii und Sinalco sind plötzlich wieder angesagt.

Eine große 50er-Jahre-Ausstellung zeigt derzeit das Stadtmuseum - klar, dass diese Zeit auch die Aktionen am internationalen Museumstag beherrschte. Sowohl für Erwachsene als auch für Kinder organisierte das Museumsteam Führungen.

Die Besucher bestaunten die Exponate - vom legendären Melitta-Kaffeefilter über ein Rezept für Toast Hawaii bis hin zu Spielzeug, das nach den Kriegsjahren voller Entbehrungen für die Kinder das Nonplusultra war. Aus einer Musikbox von 1959 dröhnten die Hits der damaligen Zeit. Stolze 1900 Mark kostete sie damals. "Das war eine riesige Summe", erklärte Museumsleiterin Judith von Rauchbauer. Die Jugendkultur mit eigener Mode und Musik, die Vorliebe für alles Amerikanische und ein Fernsehprogramm, dessen Umfang für eine Woche in etwa so war wie heute für einen ganzen Tag: Da staunte vor allem die multimedial groß gewordene junge Generation.

Vielfach bewundert wurden insbesondere die Exponate, die sich um Amberg in den 50er-Jahren drehten. Damals gab es laut Judith von Rauchbauer sechs Lichtspielhäuser in der Stadt. Ein beliebter Treffpunkt für junge Leute war die Milchbar im englischen Garten.

Dass einige heute noch mit dem Hula-Hoop-Reifen umgehen können, bewies ein Wettbewerb. Am längsten konnte Katja Stiegler den Holzreifen um ihre Hüfte schwingen. "Das habe ich als Kind gelernt", erzählte sie freudestrahlend. In der Zeughausstraße parkten Fahrzeuge der damaligen Zeit, im Innenhof des Museums ein VW Käfer, über dessen schlappe 30 PS jeder Autobesitzer heute nur müde lächelt.(Hintergrund)
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