Fieranten reiben sich die Hände

Vor der Martinskirche über den abends hübsch beleuchteten Markt bummeln, einen Schluck Glühwein trinken und an einer der Buden das eine oder andere Schöne kaufen - für viele Leute gehört das zur Vorweihnachtszeit.

Es gab unter anderem Gans und Braten. Also eher das, was es am Weihnachtsmarkt nicht gibt. Traditionell treffen sich dessen Beschicker zum Fieranten-Essen. Das dürfte diesmal besonders gut geschmeckt haben. Andreas Raab verkündete danach die Frohbotschaft: "Wir sind mit dem Geschäft gut im Plus."

Und die Kassen könnten weiter klingeln, zeigte sich der Vorsitzende der Park- und Werbegemeinschaft (PWG) am Donnerstag durchweg optimistisch: "Jetzt kommen noch mal starke Tage." Raab hörte sich hochzufrieden an. In den vergangenen Jahren seien die Umsätze "steil gestiegen". Der PWG-Chef nannte auch die Gründe dafür.

So "haben wir eingesehen, dass wir an den Wochenenden für Kinder was machen müssen". Mit großem Erfolg. Raab führte als Beispiel das Kasperltheater an, das heuer "ein absolutes Highlight" sei. Das "wirkt sich natürlich auf das Kaufverhalten aus". Und weil der Amberger Weihnachtsmarkt zudem keinen Eintritt koste, "lassen die Leute das Geld an den Buden".

Das Bühnenprogramm kurble ebenfalls die Umsätze an. Wenn es von einigen kritisiert werde, habe er dafür "absolut Verständnis", meinte Raab, "aber ich muss unseren Markt attraktiv halten". Karaoke zum Beispiel "zieht ein völlig anderes Klientel an" - und es würden ja überwiegend Weihnachtslieder gesungen.

"Eine Werbung sondersgleichen" sei die Live-Sendung des Bayerischen Fernsehens gewesen, das am Nikolaustag in der "Abendschau" vom Weihnachtsmarkt berichtet hatte. Danach hätten Busunternehmer aus Lauf, Marktredwitz, Kemnath Stadt und anderen Orten angerufen und Interesse bekundet, Amberg künftig in die von ihnen angebotenen Touren zu verschiedenen Christkindlmärkten aufzunehmen.

Ein Weihnachtsmarkt steht und fällt mit den sogenannten äußeren Bedingungen. "Wir hatten phantastisches Wetter", schwärmte Raab. Milde Temperaturen, fügte er hinzu, "schaden überhaupt nie". Der Idealzustand: zwei bis fünf Grad über null und "keinerlei Niederschläge". "Regen wäre eine Katastrophe", beschrieb Raab die Wetterabhängigkeit, Schnee sei nur in geringen Mengen willkommen, also bloß dann, wenn die Budenstadt "gerade mal überzuckert ist". Schließlich "müssen die Leute Auto fahren können, viele kommen ja von außerhalb".

2015 das 30-Jährige

2015 wird der Weihnachtsmarkt zum Geburtstagskind. Er feiert seinen 30. und Andreas Raab und seine Mitstreiter haben "schon was im Hinterkopf", um ihn zu etwas Besonderem zu machen. Zuletzt sei ja bereits einiges in Licht und Deko investiert worden. "Das kostet viel Geld, aber es zahlt sich aus", sagte der Weihnachtsmarkt-Chef. Heuer ist am Dienstag, 23. Dezember, Schluss. Um 21 Uhr. Und gleich danach werden die ersten Fieranten mit dem Abbau der Buden beginnen. (Angemerkt)
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