Film- und Gesprächsabend zur interkulturellen Woche
Klar gegen Rassismus

Der Film als Medium, um sich mit den Anliegen der interkulturellen Woche auseinandersetzen: Viele Besucher waren zu einem vom Evangelischen Bildungswerk (EBW) und der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) ausgerichteten Film- und Gesprächsabend gekommen.

Nadeshda, der erste Streifen, handelte von einer riesigen Roma-Siedlung in Bulgarien und enthielt sich aller Klischees. Beharrlich verfolgt der Film den Versuch einer Familie, die bereits auf deutliche Distanz zur Kultur ihrer eigenen Bevölkerungsgruppe gegangen ist, aus der Siedlung auszubrechen und mühevoll ein neues Zuhause außerhalb derselben zu suchen. Interessant, wie westlich-bürgerliche Musikkultur, in diesem Fall in Gestalt von Geigenunterricht für die Kinder, gleichermaßen als Abgrenzungsmerkmal, aber auch als Hoffnungsträger des Ausbruchs dient. Freilich muss die Familie sich mit dem Hass "weißer" Bulgaren auseinandersetzen.

Der zweite Film Bahar im Wunderland beließ die Zuschauer im eigenen Land, genauer: in Frankfurt. Ein Iraner landet mit seiner kleinen Tochter nach der Flucht in Deutschland. Während die Kleine auf einer öffentlichen Toilette ist, verhaften Polizisten ihren Papa. Vater und Tochter werden getrennt. Das Mädchen wandert ziellos durch die glitzernde Stadt, macht verunsichernde und schockierende Erfahrungen.

Als Vater und Tochter auf der Polizeiwache wieder vereint werden, verhilft das Mädchen seinem Papa zu einer verblüffenden Erkenntnis. Die Kleine flüstert ihm ins Ohr: "Es funktioniert tatsächlich: Du musst nur die Augen schließen, dann bist du unsichtbar!" Was wie eine banale Einsicht erscheint, entpuppt sich im Interview mit dem Regisseur als psychologisch hintersinniges Projekt.
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