Fingerzeig per Fußfeger

Friedemann Schneider (links) steuerte zwei Punkte zum 10:10-Unentschieden von Bushido Amberg beim TSV Peiting bei. Bild: Ziegler

Bushido Amberg holt beim TSV Peiting unerwartet einen Punkt. Dabei sind die Vorzeichen vor dem Verfolgerduell in der Judo-Bayernliga denkbar schlecht.

Yannick Himmelspach im Turniereinsatz, Georg Schneider, Pavel Sokolov und Dominik Schmidt verletzt, Philipp Piesche und Marcus Weingandt im Urlaub. Und so war der Amberger Tross von überschaubarer Größe, der sich auf den Weg in den Süden machte. Die Hypothek von drei nicht besetzten Kämpfen pro Durchgang war natürlich groß - 6 von 20 Punkten gingen dadurch kampflos an Peiting. Aber schon der souveräne Sieg von Friedemann Schneider gegen Marius Skopal mit Fußfeger zum Auftakt gab einen ersten Fingerzeig, dass die Kämpfer von Bushido-Trainer Rainer Druschba nicht klein beigeben würden.

Umstrittene Disqualifikation

Zwar unterlag anschießend Richard Leisering gegen Christian Herrmann, aber Moritz Schwob bestätigte seine ansteigende Form und bezwang Thomas Hammerstingl mit Ippon durch Uchimata. Im Schwergewicht war Justin Hofmann chancenlos gegen den erfahrenen Roman Tolksdorf. Anschließend lieferten sich Salim Kasabaki und der Peitinger Felix Ditschek das spannendste Duell des Tages. Der Amberger zeigte einen hervorragenden Kampf und warf seinen Gegner insgesamt viermal, ohne selbst zu Boden zu gehen. Trotzdem verließ er am Ende als unglücklicher Verlierer die Matte. Denn die Kampfrichter zeigten in diesem Duell eine fragwürdige Regelauslegungen und sprachen gegen den Amberger vier Strafen für verschiedene Vergehen aus, was beim Judo zur Disqualifikation führt. Damit sahen sich die Amberger fast schon um alle theoretischen Chancen gebracht. Denn beim Stand von 4:2 für Peiting gingen nun die beiden 81-kg-Begegnungen kampflos an die Gastgeber. Jedoch zeigten die beiden Amberger Leichtgewichtler Damian Popiel gegen Marc Merbitz und Dominik Böhmer gegen Mathias Kerler mit souveränen Siegen, dass sie an diesem Tag kaum zu bezwingen sein würden.

Trainer Rainer Druschba und seine Kämpfer beklagten den umstritten verlorenen Kampf gar nicht erst, sondern gingen voller Konzentration und mit positiver Einstellung in den zweiten Durchgang. Sollte hier noch ein Unentschieden erreicht werden, so durfte nur noch ein Kampf von sieben abgegeben werden. Den Weg wies Richard Leisering: Er warf Skopal mit Osotogari (Ippon). Dann sorgte Friedemann Schneider gegen Christian Herrmann für den 6:6-Ausgleich (Ippon für Taiotoshi). Als dann Moritz Schwob auch seinen zweiten Kampf gewann, wuchs die Hoffnung bei den Ambergern wieder. Vorentscheidend war nun der Kampf zwischen Salim Kasabaki und Roman Tolksdorf im Schwergewicht. Optisch war zunächst der Peitinger überlegen, aber Kasabaki gelang die entscheidende Wertung, die er geschickt bis zum Ende verteidigte.

Platz zwei verteidigen

Hofmann war gegen Ditschek chancenlos und beide 81-kg-Punkte gingen an Peiting zur 10:8-Führung. Die Amberger 66-kg-Kämpfer mussten nun mit dem Druck umgehen, gewinnen zu müssen, um noch ein Unentschieden zu erreichen. Souverän erfüllten sie ihre Aufgabe und punkteten zum 10:10. Nun kann sich Bushido am Samstag, 18. Juli, mit einem Sieg bei Kodokan München den zweiten Platz in der Abschlusstabelle sichern.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juli 2015 (8669)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.