Flüchtlinge: Endlich zweite Kraft

Anne Kuchler, Oberbürgermeister Michael Cerny (von links) und Caritas-Geschäftsführer Günter Koller (rechts) freuen sich über die neue Asylsozialarbeiterin Irina Huber (Dritte von links), die zu ihrer offiziellen Vorstellung zum OB ins Rathaus kam. Bild: hfz

Die Sozialarbeit für Asylbewerber in Amberg erhält Unterstützung. Endlich, sagt auch die Caritas, die diese Aufgabe seit Jahren mit nur einer Kraft schultern musste. Jetzt hat der Kreisverband eine weitere Stelle in Teilzeit bewilligt bekommen und schon besetzt: mit Irina Huber.

Die Freude darüber stand Günter Koller, dem Geschäftsführer der Caritas Amberg-Sulzbach, Oberbürgermeister Michael Cerny und Anne Kuchler, der bislang einzigen für die Asylsozialbetreuung in der Stadt zuständigen Mitarbeiterin des Wohlfahrtsverbands, ins Gesicht geschrieben.

Neue Teilzeitstelle

"Es ist uns gelungen, diese Tätigkeit um eine Teilzeitstelle aufzustocken. Gleichzeitig hat uns der Zufall unsere neue Mitarbeiterin Irina Huber ins Haus geführt", berichtete Koller, der dem OB die "Verstärkung" im Rathaus persönlich vorstellte. Seit den 1980er Jahren leistet der Caritasverband die Aufgabe, mit einer hauptamtlichen Kraft Asylantragsteller in allen lebenspraktischen Angelegenheiten zu beraten und zu begleiten. Doch der aktuelle Anstieg des Flüchtlingsstroms stellte Anne Kuchler - die sich schwerpunktmäßig um die Asylbewerber in Amberg kümmert, während das Diakonische Werk die Betreuung im Landkreis übernommen hat - zunehmend vor zeitliche Probleme. Eine Personalaufstockung tat not. Umso begeisterter war Koller nach eigener Auskunft, als ihm die Zusage für eine zusätzliche Teilzeitkraft ins Haus flatterte.

Bereits im Januar war Irina Huber von Witten in Nordrhein-Westfalen nach Amberg gezogen. Sie interessierte sich laut Koller für die Caritas "und erwies sich sofort als die geeignete Mitarbeiterin für die neu geschaffene Position". Irina Huber ist gelernte Diplom-Pädagogin und hatte bereits zehn Jahre im Fachdienst für Integration und Migration beim Caritasverband in Witten gearbeitet. Außerdem ist sie Mitbegründerin des 2005 ins Leben gerufenen Wittener Internationalen Netzwerks. Gemeinsam mit Anne Kuchler ist sie nun Ansprechpartnerin für die in Amberg lebenden Flüchtlinge.

Gebürtige Ukrainerin

Die 53-Jährige ist gebürtige Ukrainerin und hat damit selbst den vielzitierten Migrationshintergrund. "Sie weiß aus eigener Erfahrung, in welcher Situation sich Asylbewerber befinden. Außerdem bringt sie Fremdsprachenkenntnisse mit und kennt die Sprachprobleme", freute sich Kuchler über ihre neue Kollegin. Auch Koller sah in diesem Umstand einen Vorteil und lobte "die vielen Parallelen zur bisherigen Arbeit" seiner neuen Mitarbeiterin.

"Die Aufnahme der Asylbewerber in Amberg ist bisher sehr positiv verlaufen. Dennoch bleibt die Asylsozialbetreuung eine wichtige Aufgabe", betonte Michael Cerny. Koller nahm die Gelegenheit zum Anlass, dem Oberbürgermeister und der Stadt für die bisherige Unterstützung der Caritas und ihrer Arbeit zu danken.
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