Flüstern zur Belohnung
Angemerkt

Da haben die Jungs ganze Arbeit geleistet. Auf der Baustelle am Altstadtring griff am Wochenende ein Rädchen ins andere. Dass es zu keinen Verzögerungen kam, ist ihrem professionellen Zusammenspiel zu verdanken und natürlich der Vorarbeit der Planer vom Staatlichen Bauamt.

Auch die Anwohner trugen ihr Scherflein zum Gelingen des Projekts bei. Sie zeigten Verständnis, als sie am Freitagabend mit dem Lärm der Presslufthämmer zu Bett gehen mussten. Dafür gab es umgehend eine Belohnung: Die Nacht auf Sonntag war wohl die leiseste des ganzen Jahres. Der Asphalt durfte in aller Ruhe aushärten, kein einziges Fahrzeug passierte die Baustelle.

Ein schöner Vorgeschmack auf den neuen Asphalt, der den Verkehrslärm mindern soll. Der Belag hält offenbar, was er verspricht. Das haben sich die Anlieger des Kaiser-Wilhelm-Rings schon zugeflüstert.

uli.piehler@zeitung.org

Im Blickpunkt Gedenken an Neonazi-Mord

Amberg.Am 7. September 1995 wurde der damals 48-jährige Klaus Peter Beer von zwei Amberger Neonazis verprügelt und in die Vils geworfen, wo er starb. 20 Jahre danach laden Jusos, Verdi- und IG-Metall-Jugend für morgen, 18.30 Uhr, auf den Marktplatz zu einer Mahnwache ein. Dabei wollen die Jugendlichen erneut eine Gedenktafel an die Stadt übergeben, damit das Verbrechen nicht vergessen wird. Bürgermeisterin Brigitte Netta hat zugesagt, an der Veranstaltung teilzunehmen.

"Wir wollen gemeinsam daran erinnern, dass die Gewalt von rechts nicht nur irgendwo stattfindet, sondern auch in Amberg präsent war und immer noch ist", heißt es in einer Presse-Info von Jusos und Gewerkschaftsjugend. "Gerade in einer Zeit, in der Brandanschläge und Gewalt gegen Asylbewerber alltäglich erscheinen. Gerade in einer Zeit, in der gegen Minderheiten Hass geschürt wird. In einer solchen Zeit ist es noch wichtiger, ein Zeichen gegen die Rechten zu setzten und gegen das Vergessen."

Nach dem Gedenkakt am Marktplatz gehen die Teilnehmer über den Salzstadelplatz und die Schiffgasse zum Schlossgraben, wo gegen 19 Uhr bei einer Schweigeminute an der Vils Blumen niedergelegt werden. Die Gewerkschaftsjugend hatte bereits 2010 eine Inschrift zur Erinnerung an das Verbrechen am Vilssteg bei der Fronfeste angebracht. Das Schild verschwand jedoch wenige Tage später. 2013 überreichten die Jungen Liberalen ebenfalls eine Gedenktafel an die Stadt. Auch sie wurde bisher nicht öffentlich angebracht.
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