Fotoarbeiten von Stephan Zirwes im Luftmuseum
Chaos und Struktur

Es hat wohl alles mit diesen Ali-Mitgutsch-Riesen-Bilderbüchern seiner Kindheit zu tun. Jenen gemalten XXL-Stadtlandschaften, in denen immer alles gleichzeitig passierte und man so viel entdecken konnte.

Irgendwann wurde Stephan Zirwes aus Stuttgart laut Mitteilung des Luftmuseums jedenfalls klar, dass er heute ähnliche Dinge fotografiert. Arbeiten von ihm sind ab Samstag, 15. November, im Luftmuseum zu sehen. Die Ausstellung wird um 19.30 Uhr eröffnet, der Eintritt ist frei.

Komplexe Strukturen

Städte und Landschaften aus der Luft, komplexe Strukturen, auf denen sich ganz viele Dinge abzeichnen. Natürlich sind Zirwes-Tableaus vielschichtiger. Sie lassen die Besucher über das Chaos und die Strukturen des Alltags nachdenken, sie spielen mit den Abstraktionen und den Formen der Zivilisation und werden dabei zunehmend subtiler.

"Es ist einfach nicht immer nötig, den Betrachter an die Hand zu nehmen", sagt der Stuttgarter Fotokünstler. Und mischt in seine oft atemberaubende Motivwelt Soziogramme des 21. Jahrhunderts, Bilder voller kleiner Geschichten und versteckter politischer Komponenten.

Fast wie Actionpainting

Zirwes sieht sich die Spuren an, die der Mensch in die Landschaft gefurcht hat, er scannt meist aus der Luft die Komplexität und die malerische Schönheit der hinterlassenen Fährten. Er lässt Interessierte staunen über die Ästhetik der hinterlassenen Bremsstreifen einer Landebahn am Flughafen (ähnlich einem Actionpainting), macht als Überflieger die Landschaft zur Leinwand.

Mit Quadrocoptern

Seit etwa acht Jahren fotografiert der Fotokünstler aus der Luft und experimentiert dieser Tage viel mit ferngesteuerten Quadrocoptern, auf die er seine Kamera montiert. Zirwes-Bilder sind "abenteuerliche Exkursionen in das Strukturfeld der Welt", schrieb die Zeitschrift Fotomagazin. Die Ausstellung ist bis Sonntag, 25. Januar, zu sehen.
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