Französischer Drogenkurier verurteilt - Ecstasy in großen Mengen geschmuggelt
Für 8000 Pillen ins Gefängnis

Es ging um weit mehr als nur um eine Handvoll Ecstasy-Pillen. Ein Kurier aus Frankreich hat die Droge massenhaft geschmuggelt und wurde dafür jetzt verurteilt. Symbolbild: dpa
Es war die größte Menge Ecstasy-Tabletten, die jemals bei Waidhaus über die Grenze geschmuggelt und von Zivilfahndern der Polizei entdeckt wurde. Für die 8000 Pillen gab es jetzt nahezu vier Jahre Haft, die ein Drogenkurier aus Frankreich absitzen muss. Die beiden Franzosen - einer davon offenbar ahnungslos zu seinem Freund ins Auto gestiegen - machten einen gravierenden Fehler. Heuer am 17. Juni bereits bei der Anfahrt nach Prag auf der A 6 nahe Vohenstrauß von Schleierfahndern kontrolliert, ließen sie wissen: "Wir sind Touristen und wollen uns die Goldene Stadt anschauen."

Prag im Schnelldurchgang?

Wenige Stunden später kehrten die Männer auf derselben Route nach Deutschland zurück und fielen den selben Beamten auf, die sie bereits vormittags überprüft hatten. Prag quasi im Schnellgang? Das machte die Waidhauser Ordnungshüter argwöhnisch. Die Verfolgung führte bis zur Autobahnausfahrt Nabburg. Dort wurde der Wagen gestoppt, sichergestellt und nach Waidhaus gebracht. Dann filzte man ihn und stieß auf ein Versteck im Heckbereich.

Zum Vorschein kamen drei Pakete, in denen sich insgesamt 8000 Ecstasy-Tabletten befanden. Der Fahrer (41) hatte sie in Prag von einem tschechischen Kontaktmann übernommen und ihm dafür ein verschlossenes Geldkuvert übergeben. Es stammte von französischen Drogenhändlern, deren Namen er nun bei einem Prozess vor dem Amberger Landgericht nicht nennen wollte. "Zu gefährlich für mich, meine Lebensgefährtin und unser Kind", sagte er.

Anwalt mit Hermelinpelz

Nach fünf Monaten U-Haft legte der gelernte Koch ein umfangreiches Geständnis ab. Für die Kurierfahrt im Eiltempo hatte man ihm 2000 Euro versprochen. "Dümmer kann man sich nicht anstellen", argumentierte sein aus Avignon angereister Anwalt. Mit dessen Auftritt vollzog sich eine Art Premiere vor dem Landgericht Amberg. Denn nie zuvor hatte dort ein Advokat aus dem Nachbarland die Rechte eines wie er aus Frankreich stammenden Mandanten vertreten. Der Jurist, unterstützt von einem deutschen Kollegen, tat dies - ebenfalls hierzulande ungewohnt - in einer mit weißem Hermelinfell besetzten Robe.

Vier Jahre und neun Monate Haft forderte die Staatsanwaltschaft. Beide Verteidiger waren sich einig: "Die Strafe sollte niedriger sein." Damit kamen sie durch: Drei Jahre und neun Monate wurden verhängt. Ob es machbar ist, dass sie der Drogenschmuggler in Frankreich verbüßt, wird sich zeigen. "Das sollte über die Ermittlungsbehörde laufen, es ist nicht unsere Sache", sagte die Kammervorsitzende Roswitha Stöber.
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