Frau aus Amberg-Sulzbach lässt sich Schmerzpflaster verschreiben und handelt sie in der ...
Teures Drogen-Pflaster

Eine 44-jährige Frau aus dem Kreis Amberg-Sulzbach hat ein gut laufendes Geschäftsmodell für sich entdeckt: Schmerzpflaster vom Arzt verschreiben lassen und gewinnbringend verhökern. In der Drogenszene sind diese Pflaster heiß begehrt.

Das Landgericht Amberg hatte über einen ungewöhnlichen Fall zu urteilen. Auf der Anklagebank saß eine Frau aus dem Kreis Amberg-Sulzbach, die über einen Zeitraum von 20 Monaten hinweg bei acht Ärzten vorsprach und sich sogenannte Schmerzpflaster verschreiben ließ.

Die Mediziner schöpften keinen Verdacht, da die 44-Jährige unter heftigen Rückenbeschwerden litt. Auch die Krankenkasse zahlte. Für insgesamt 49 einzelne Verordnungen über jeweils 20 einzelne Pflaster. Erst durch einen anonymen Brief kamen Ermittlungen in Gang.

Die Packungen dienten keineswegs der Schmerzlinderung. Sie wurden, wie die 44-Jährige gestand, an einen Mann veräußert, dessen Namen sie nicht nennen wollte. Während sie 150 Euro pro Packung bekam, wurde der Drogenmarkt mit den Pflastern regelrecht überschwemmt.

120 Tote in Nordbayern

Wie ein Toxikologe aus Erlangen den Richtern schilderte, könne jedes Pflaster in 40 bis 60 Einzelteile zerschnitten werden. "Diese Partikel mit dem opiathaltigen Präparat Fentanyl werden dann über einem Löffel aufgekocht und von Drogenabhängigen gespritzt." Auf diese Weise seien in den letzten Jahren nordbayernweit 120 Menschen gestorben, "weil die Dosis unberechenbar ist." Jetzt muss die 44-Jährige viereinhalb Jahre hinter Gitter.
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