Frechheit siegt nicht immer
Angemerkt

Sehr diskret wurde nun das letzte Kapitel der zum Teil recht unappetitlichen Puff-Geschichte der Sulzbacher-Straße 21 abgewickelt. Dabei hatte es der frühere Hauseigentümer - bezeichnenderweise ein Fachanwalt für Steuerrecht - den Oberpfälzer Provinztrotteln einmal so richtig zeigen wollen.

Die seien offenbar nicht fähig, einen Bordellbetrieb von erlaubter häuslicher Prostitution zu unterscheiden, argumentierte er vor Gericht. Was gehe ihn als Hauseigentümer schon an, was der Mieter in dem Anwesen so treibe? Und verdient, das möge allen einmal ins spießbürgerliche Stammbuch geschrieben werden, sei damit nicht ein müder Euro. Alles nur ein elendes, ärgerliches Draufzahlgeschäft.

Der arme Mann hatte sich in dieser Sache nicht einmal eines Kollegen bedienen können, sondern musste sich als Privatperson selbst das Mandat als Rechtsbeistand erteilen (ob ein Antrag auf Prozesskostenhilfe gestellt wurde, ist nicht bekannt). All diese fadenscheinigen, winkeladvokatischen Argumente reichten immerhin durch den Instanzenweg bis hinauf zum Münchner Verwaltungsgerichtshof aus, wo die Entscheidung gegen so viel Unverfrorenheit jedoch ebenso eindeutig ausfiel wie bereits vor den Regensburger Verwaltungsrichtern.

Wenn jetzt auch noch eine fünfstellige Forderung des Rathauses zu begleichen war, bleibt nur zu hoffen, dass diese offenkundigen Frechheiten, eine Immobilien-Ruine ohne Rücksicht auf irgendetwas und irgendjemanden zu so viel Geld wie nur möglich zu machen, nicht ganz so aufgegangen ist wie anfangs spekuliert. Verzockt, hieße das wohl in den einschlägigen Kreisen.

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Im Blickpunkt Neue Amtsleiterin stellt sich vor

Amberg. (zm) Ein neues Gesicht wird es morgen im Jugendhilfeausschuss des Stadtrates geben. Michaela Tauschek stellt sich als neue Jugendamts-Leiterin vor. Es geht auch gleich in die Vollen. In der Sitzung, die um 15 Uhr im Mittleren Rathaussaal beginnt, steht erstmals der Etatansatz für 2016 auf der Tagesordnung.

Jetzt kommt der Ausschuss

Amberg. (zm) Die großen Stadtratsfraktionen CSU und SPD waren als Vorhut quasi schon da (wir berichteten), jetzt kommt der zuständige Bauausschuss, um sich den Kinderhort St. Georg anzuschauen. Als Ortsbesichtigung beginnt dort am Mittwoch, 14. Oktober, um 14 Uhr eine Sitzung des Gremiums. Danach geht es weiter Richtung Baugebiet Degelberg Nord. Der Rest der Tagesordnung wird im Bauamt (Steinhofgasse 1) behandelt.
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