Freie Wähler heben Überraschungskandidatin auf den Schild - Pulkert und Werthner Vize - Streit ...
Veronika Niklaus folgt auf Klaus Ebenburger

Veronika Niklaus (Mitte) ist die neue Vorsitzende der Freien Wähler Amberg; ihr zur Seite stehen Patricia Pulkert (rechts) und Manuel Werthner (links). Neuer Schatzmeister ist Stefan Fischer (hinten links), als Schriftführer wurde Erwin Niklaus (hinten rechts) wiedergewählt. Bild: Hartl
Veronika Niklaus ist die neue Chefin der Freien Wähler in Amberg. Sie trat am Donnerstagabend bei den Neuwahlen als einzige Kandidatin an und wurde von der Mitgliederversammlung mit nur einer Gegenstimme auf den Schild gehoben. Von dem Dr. Klaus Ebenburger geflogen ist.

Nichts mehr "breittreten"

So kann man es wohl aus beiderlei Sicht betrachten: Der ehemalige Vorsitzende machte im August den Abflug von der Wählergemeinschaft, der er über 20 Jahre lang seinen Stempel aufgedrückt hatte. Er schied, wie berichtet, im Bösen mit seinen bisherigen Mitstreitern, legte nicht nur sein Amt an der Spitze nieder, sondern trat auch aus der Vereinigung aus. Diese sagte hinterher, Ebenburger sei per Ausschluss hinausgeflogen, weil er sich vereinsschädigend verhalten habe. Selbst über die Sichtweisen, wer bei diesem Abschied das Heft des Handelns in der Hand hatte, gab es zuletzt konträre Aussagen und ein weiteres verbales Scharmützel der Beteiligten in der Amberger Zeitung. Weil dadurch schon reichlich Porzellan in aller Öffentlichkeit zerschlagen worden war, verlief die Mitgliederversammlung im Kummertbräu nach einer Regel, die der bisherige stellvertretende Vorsitzende Horst Carstiuc gleich zu Beginn vorgab: "Den Grund, warum wir hier sind, wissen wir alle. Das brauchen wir nicht mehr breittreten. Das haben wir hinter uns."

Tatsächlich war die Zusammenkunft in erster Linie notwendig geworden, um einen neuen Vorsitzenden samt Vorstand zu wählen und die Satzung in Teilen zu ändern. Nachdem Patricia Pulkert als weitere Stellvertreterin Ebenburgers aus beruflichen Gründen nicht in die erste Reihe vorrücken wollte und Carstiuc ebenfalls nicht zur Verfügung stand, gab es mit Veronika Niklaus durchaus eine Überraschungskandidatin. Sie erhielt mit einer Gegenstimme das Vertrauen der 14 anwesenden Mitglieder (bei einer Gesamtzahl von rund 20 FW-Treuen in Amberg war die Teilnahme an der Versammlung nicht mal schlecht).

Ehefrau des Schriftführers

Die 52-Jährige ist die Ehefrau von Erwin Niklaus, der seit einigen Jahren als Schriftführer im Vorstand agiert, aber nach Ebenburgers Darstellung auch der Hintergrund für sein Zerwürfnis mit den Freien Wählern gewesen war. Das jedoch wurde bei der Versammlung nicht mehr thematisiert. Die Freien Wähler legten Wert auf einen Neustart ohne langen Blick zurück. Selbst der Tätigkeitsbericht von Carstiuc befasste sich nur mit zwei Anträgen, die die FW zuletzt über ihr Stadtratsmitglied Dr. Eberhard Meier im Rathaus eingereicht hatten. Im ersten verlangen sie eine Änderung der Straßenausbau-Beitragssatzung, die den Bürgern eine Ratenzahlung dieser Gebühren ermöglichen soll. Im anderen geht es um die Einführung von Tempo 30 in der vielbefahrenen Jahnstraße - eine Forderung, die Meier schon zu Zeiten, als er noch für die CSU im Stadtrat saß, immer wieder stellte.

Auch Veronika Niklaus sprach von einem Neuanfang, bei dem man mitunter dazu neige, über das Mögliche hinaus zu planen. "Deshalb sollten wir als kleine, aber wachsende Wählervereinigung unsere Ziele im Machbaren halten", lautete ihre Zielvorgabe zum Amtsantritt. "Kommunalpolitik ist die Kunst, das Machbare zu erreichen." Für die Stadtratsarbeit wünschte sie sich: "Gute Nachbarschaft sollte in Zukunft auch unsere Zusammenarbeit mit den anderen Parteien und Wählervereinigungen prägen. In der Stadtpolitik sind wir Nachbarn, auch wenn jeder seine eigene Hausnummer schätzt."
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