Freundliche Blutsauger

Punktionskraft Jutta Kunkel betreut die Blutspender im Truck des Bayerischen Roten Kreuzes: Mit der Aktion auf dem Campus-Gelände der Ostbayerischen Technischen Hochschule sollen vor allem junge Leute angesprochen werden, die noch nie ihren Lebenssaft geopfert haben. Bilder: wsb (2)

Das Kopfkino voll mit bösen Nadel-Piksern, warmen Blutstropfen und zittrigen Knien - so geht's die Stahltreppe nach oben. Eine Frau im weißen Kittel lacht und ruft: "Sie können in einer halben Stunde drei Menschenleben retten." Damit hat sie alle Aufmerksamkeit - und die Bedenken ausgeknipst.

Im Blutspende-Truck des Bayerischen Roten Kreuzes sitzen freundliche Menschen. "Haben Sie etwas gegessen und getrunken?", fragt der Fahrer. Er ist gleichzeitig für das Labor und die Registratur zuständig. Gemeinsam mit drei Punktionskräften und einem Arzt tourt das BRK-Truck-Team durch Bayern. Am Donnerstag machte es Station auf dem Campus-Gelände der Hochschule. Die Mission: Blutkonserven sammeln, Erstspender anlocken.

Liege im Lastwagen

Punktionskraft und Krankenschwester Jutta Kunkel hat gerade einen dieser begehrten Neulinge an der Nadel. Tobias Demling (26) liegt im Lastwagen auf einer Liege und liest sich ein Informationsblatt durch. Nebenbei gibt er seinen roten Saft ab. "Weil viele Arbeitskollegen auch regelmäßig zum Blutspenden gehen, wollte ich das mal ausprobieren. Läuft ganz gut", meint der Angestellte mit Blick auf die Kanüle. 470 Menschen ließen sich in Amberg-Sulzbach 2014 zum ersten Mal Blut für die gute Sache abzapfen. Eine Quote, die zwar bereits deutlich verbessert wurde, aber immer noch Luft nach oben lässt, wie Spender-Betreuer Rainer Endres erklärt. Insgesamt marschierten vergangenes Jahr 7102 Menschen im Gebiet Amberg-Sulzbach zum Blutspenden. Das sind 7,2 Prozent der Bevölkerung, die dafür geeignet wären (99 294 Einwohner von 18 bis 71).

"Natürlich begrüßen wir die Aktion vonseiten der Hochschule", sagt Vizekanzler Georg Schieder. Mit Plakaten und E-Mails seien die Studenten auf den Truck aufmerksam gemacht worden. Mit Erfolg: Nach sechs Stunden waren es 31 Erstspender, die ihre Konserven in der PS-starken Blechkiste zurückließen. Insgesamt spendeten 56 Männer und Frauen 28 Liter Blut. (Drei Fragen)
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