Fünf Künstler präsentieren ihre Arbeiten in der Galerie von Lilian Kovacs: Von kraftvoll bis ...
Die Gegensätze der Werke ziehen sich an

Die fünf Künstler Johann Sturtz, Erika Wakayama, Michaela Peter, Lilian Kovacs und Daniel Pari (von links) zeigen ihre Werke noch bis 5. Juli. Bild: waj
Die Ausstellung ist überschrieben mit "Die fünf Elemente" - ein Titel, den Lilian Kovacs sicherlich gewählt hat, um den verschiedenartigen Schaffensrichtungen und Materialien der fünf präsentierenden Künstler gerecht zu werden. Man könnte noch einen Untertitel hinzufügen: "kraftvoll vs. zart" - die beiden Adjektive, die dem Betrachter immer wieder in den Sinn kommen, wenn er die verschiedenen Werke begutachtet. Den Spannungsbogen zwischen den in diesem eigentlich kleinen Raum sehr geschickt angeordneten Stücken bilden, wie bereits im März bei ihrer Ausstellung im Kunstkombinat, zwei Bilder von Michaela Peter: fotorealistisch gemalte Fenster des Kunstkombinats, die den Betrachter immer wieder anziehen, um wie durch ein reales Fenster quasi hinter die Leinwand zu blicken. Um diese beiden zentralen Punkte gruppiert sind die Arbeiten der vier weiteren Künstler.

Da sind zum einen die Werke des Künstlerpaares Johann Sturtz und Erika Wakayama, die am stärksten die Assoziationen "kraftvoll" und "zart" hervorrufen - wirken die Bilder der beiden doch wie die zwei Seiten einer Medaille: Beide arbeiten mir kräftigen nahezu ungemischten Farben, doch während Sturtz' Werke durch geometrische Dreidimensionalität und klare Formen bestechen, sind Wakayamas Arbeiten wie Traumbilder: zarte Buntstiftstriche, wie hinter Milchglas, vom Regen verwaschen. Ähnliche Gegenpole stellen die Stücke von Daniel Pari und Lilian Kovacs selbst dar, die sich zum Teil sogar ergänzen. Pari fertigt Silberschmuck, in den er winzige Mosaiken einpasst, die zu Porträts und anderen Bildern gelegt werden. Als Material dient ihm dabei versteinertes Holz ebenso wie Halbedelsteine, Fossilien und Perlmutt, die er zu filigranen Kunstwerken verarbeitet.

Neue Assoziationen

Kovacs Skulpturen scheinen zu vibrieren vor innerer Kraft und Emotion, verarbeiten Gefühle und menschliche Grenzerfahrungen - und dennoch ergänzen sie sich mit Paris Miniaturen zu einem optimalen Ganzen, wie man an einigen Stücken sieht, die von Kovacs gezielt als Medaillonhalter konzipiert wurden. Immer wieder streift der Besucher durch den Raum und entdeckt in dieser Fülle aus künstlerischer Schaffenskraft neue Assoziationen, die ihn verweilen lassen.

Mit der Vernissage hat Lilian Kovacs ihr Atelier in der Herrenstraße eingeweiht, Die Ausstellung ist noch bis Sonntag, 5. Juli, zu sehen, die Galerie hat samstags und sonntags von 13 bis 18 Uhr geöffnet.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juni 2015 (7771)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.