Für alle stillen Helden

Ramona Wedel (links) ist eigentlich erst 21, fühlte sich aber als wäre sie schon 80. Im Alterssimulationsanzug Gert und mit ihrer "Pflegerin" Lisa Franceschini (20) marschierte sie durch die Stadt. Bild: Hartl

Ein besserer Personalschlüssel, faire Bezahlung, mehr Zeit für Zuwendung und weniger Bürokratie: Das sind Teile der Forderungen aus zehn Amberger Thesen. Am Samstag übergab Günter Koller im Namen der Arbeitsgemeinschaft Pflege die Liste an MdL Hermann Imhof, Pflegebeauftragter der Staatsregierung.

Anlässlich des Pflege-Trucks auf dem Marktplatz, der von Protagonisten aus Kirchen und Wohlfahrtsverbänden mit Leben gefüllt wurde (wir berichteten), brachten Caritas-Geschäftsführer Koller und seine Mitstreiter das zehn Punkte umfassende Verzeichnis wieder auf den Tisch: Bereits 2009 seien die Thesen im Schloss Theuern den Politikern überreicht worden. "Aber die Punkte sind nach wie vor aktuell." Koller bezeichnete die Arbeitsgemeinschaft Pflege als "etwas ganz besonderes für die Region". Seit 2005 setzen sich regelmäßig Vertreter ambulanter und stationärer Pflegeeinrichtungen der öffentlichen und freien Wohlfahrtspflege an einen Tisch.

Imhof bezeichnete die Forderungen aus Amberg als "gesamtgesellschaftliche Aufgabe". Das selbst ernannte "Sprachrohr der Gepflegten und derer, die pflegen" betonte, dass eine 30-prozentige Arbeitsleistung bei ausufernder Bürokratie nicht sein dürfe. 60 bis 65 Prozent aller Bedürftigen werden zu Hause gepflegt. Die Entlastung der Angehörigen müsse verstärkt werden, sagte Imhoff und bezeichnete sie unter Applaus als "stille Helden". Er informierte über einen bevorstehenden "einheitlichen Ausbildungsvertrag". Caritas-Vorsitzender Dr. Wolfgang Schmalzbauer forderte, dass sich die Politik bewege. Denn: "Pflege geht uns alle an, weil jeder die Verantwortung trägt, menschenwürdige Verhältnisse zu schaffen." Dekan Karlhermann Schötz hob hervor, wie viel Gutes derzeit schon geleistet werde und forderte höheren Beistand: "Gott möge uns helfen, dass unsere Aktion wirklich was bewirkt."

"Im Jahr 2025 müssten 15 Prozent aller Schulabgänger einen Beruf in der Pflege ergreifen, um einen Personalnotstand zu verhindern", mit diesen Zahlen verstärkte Diakon Marcus Keil die Forderungen. (Angemerkt)
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