Für Andreas Freyer, Kirchenmusiker von St. Georg, erfüllt sich ein Traum: Er spielt bei Konzert ...
Organist demonstriert eindrucksvoll die Klangvielfalt

Insbesondere mit Werken der französischen Romantik zog Andreas Feyrer rund 200 Zuhörer in der Ammersrichter St.-Konrad-Kirche in den Bann. Geradezu optimal nutzte er die einmalige Klangvielfalt der Orgel. Bild: u
"Die Orgel der St.- Konrad-Kirche, auf deren zwei Manualen und 31 Registern eine unglaubliche Vielfalt an Klangfarben untergebracht ist, ist einmalig in unserer Region", lobte Andreas Freyer das Instrument der Instrumente in Ammersricht. Mit ihr ein Konzert zu gestalten - damit habe sich für ihn ein Traum erfüllt. Der Organist, seit August 2013 hauptamtlicher Kirchenmusiker in St. Georg, nutzte diese Klangvielfalt optimal.

Zum Auftakt erklang Johan Sebastian Bachs Präludium in G-Dur in einer festlich-barocken Registrierung, danach ertönten die beiden Sätzen der Sonate in A-Dur, die Felix Mendelssohn-Bartholdy für die Hochzeit seiner Schwester Fanny geschrieben hatte. Bei den drei adventlichen Choralvorspielen von Max Reger rückte Freyer die leisen und zarten Register in den Vordergrund, bei "Wachet auf, ruft uns die Stimme" genauso wie bei "Macht hoch die Tür" und "Vom Himmel hoch".

Pfarrer Michael Jakob erzählte den Zuhörern vom bedeutenden französischen Orgelbauer Calvaille-Coll. Er habe den Orgelbau revolutionär vorangetrieben mit neuen Klangfarben wie die "Flute harmonique", die "Trompete harmonique" und die "Hautbois" - allesamt in der St.-Konrad-Orgel enthalten und von Feyrer kurz vorgestellt. Als Hommage an die Freundschaft des Orgelbauers mit dem Komponisten Alexandre Guilmant spielte der Organist dessen "March in D". Höhepunkt des Konzerts war das "Allegro 6" der 6. Symphonie von Charles-Marie Widor eigens für die Orgel in St. Sulpice in Paris komponiert. Diese hatte Calvaille-Coll ohne Rücksprache mit der Pfarrei mit fünf Manualen und 102 Registern ausgestattet - sie war die größte Orgel der damaligen Zeit. Einen grandiosen (vorläufigen) Abschluss fand das Programm mit Alexandre Guilmants "Grand Choer Triumphale". Dabei spürte das Publikum förmlich, wie sich die Orgel vor Freude überschlägt.

Der nicht enden wollende Beifall des begeisterten Publikums forderte eine Zugabe heraus. Feyrer erfüllte den Wunsch mit der "Paraphrase über Tochter Zion" aus der Feder von Alexandre Guilmont. Er setzte damit ein ideales Ausrufezeichen hinter ein nachhaltiges Konzerterlebnis.
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