Für Kunden kein Geld da
Angemerkt

Natürlich ist es "billig", auf die Bahn einzudreschen. Das tun in Deutschland sehr viele Menschen - aber leider allzu oft auch zu Recht. Denn die Deutsche Bahn AG, die sich die Kundenzufriedenheit ins Konzernleitbild geschrieben hat, bleibt in sehr vielen Fällen genau die schuldig. In Amberg zum Beispiel ist der Bahnhof völlig herabgewohnt, dreckig und für Menschen mit Behinderung nahezu nicht zu überwinden, um in den Zug zu kommen. Seit vielen, vielen Jahren fordern Bürger und Politiker von der Bahn AG, hier endlich einmal tätig zu werden und den Bahnhof auf einen aktuellen Stand zu bringen. Die Bahn tut nichts.

In Sulzbach-Rosenberg, da ist es gegangen. Doch dort wollte sich das Beförderungsunternehmen den Fahrdienstleiter einsparen. Der musste am Bahnhof anwesend sein, um die Fahrgäste über die Schienen auf das zweite Gleis zu lassen. Nun wurde mit einem Riesenaufwand eine Rampe unter den Schienen hindurch gebaut, damit der Bahnhof Sulzbach-Rosenberg personell aufgelöst werden konnte. Das lohnt sich betriebswirtschaftlich für die Bahn, dafür ist Geld da.

In Amberg, da ginge es rein um die Kundenzufriedenheit, um den Service. Doch dafür hat die Bahn AG - Konzernleitbild hin oder her - überhaupt kein Geld übrig.

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Reaktion Antwort bleibt alles schuldig

Amberg. (ass) Dr. Eberhard von Imhoff hat nicht nur einen Brief an die Bahn geschrieben, inzwischen hat er auch einen von der Abteilung Zentraler Kundendialog der Bahn AG bekommen. Der Inhalt kurz zusammengefasst: Der Amberger Bahnhof wird in absehbarer Zeit nicht behindertengerecht umgebaut. Und der Kontrolleur, der Imhoff 40 Euro abgenommen hat, hat völlig korrekt gehandelt - was Eberhard von Imhoff bereits ihn seinem Schreiben an die Bahn ja nicht in Abrede gestellt hatte.

Umfänglich beschreiben die Mitarbeiter der Bahn dann, wie es Behinderten möglich ist, nach vorheriger Anmeldung den Mobilitätsservice für die Unterstützung beim Ein- und Aussteigen in Anspruch zu nehmen, den die Bahn ihren Kunden anbiete. Auch darauf hatte von Imhoff in seinem Schreiben bereits verwiesen. Entsprechend groß war seine "Freude" über das Schreiben der Bahn.

"Ich finde das eine Frechheit", sagte er am Montag. "Ich frage mich, ob man sich wirklich so leicht abwimmeln lassen muss." Die Bahn habe ihm nur exakt die Dinge bestätigt, die er selbst beschrieben hatte. "Aber auf das Thema sind die ja überhaupt nicht eingegangen." Eberhard von Imhoff will das Bahn-Schreiben jetzt erst einmal sacken lassen und dann etwas unternehmen. Denn so einfach will er es der Bahn AG nicht machen.
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