Funkenflug am Silo-Turm

Bei der Rettung eines Verletzten in luftiger Höhe vom Dach des Silos kam die neue Drehleiter zum Einsatz.

Mit der Ruhe auf einem Bauernhof war es am Samstagvormittag schlagartig vorbei. Die Sirenen heulten - und das hieß: Großeinsatz der Feuerwehr.

Der sonnig-friedliche Novembermorgen in Nitzlbuch bekam um 9.30 Uhr eine unerwartete Wendung. Die Hof-Katzen flüchteten in den Stall, die Kälber zuckten erschrocken zurück. Nur wenige Minuten später hörte man die ersten Martinshörner, die Feuerwehr rückte aus. Im gesamten Stadtgebiet und in den Ortsteilen eilten Männer und Frauen zu den Feuerwehrhäusern, warfen sich in die Einsatzklamotten. Als über Funk der Einsatzort gemeldet wurde, wussten nur die Kommandanten dass es sich - zum Glück - nur um eine Großübung handelte.

Die Annahme: Das landwirtschaftliche Anwesen der Familie von Christian und Karin Kugler in Nitzlbuch ist in Gefahr. Auf dem Doppelhochsilo haben Flexarbeiten zu Funkenflug und Feuer geführt, der Arbeiter in luftiger Höhe ist in Gefahr, kräftige Rauchbildung im angrenzenden Scheunengebäude, wo sich vier Personen aufhalten. Auch ein mit Kunstdünger beladener Traktor droht zu explodieren. Es dauerte nur wenige Minuten, dann waren die ersten Einsatzfahrzeuge vor Ort. Im Mittelpunkt stand die neue Drehleiter der Feuerwehr Auerbach, die gleich zur Bergung des verletzten Mannes auf dem Silo eingesetzt wurde. Atemschutzträger fuhren nach oben, sicherten den Verletzten mit Rettungsknoten und holten ihn nach unten. Mit schwerem Atemschutz drangen weitere Feuerwehrmänner in die Scheune ein, bargen aus dem verwinkelten Dachgeschoss voller Stroh und Heu die vier jungen Menschen. Mit einer Seilwinde kam der Traktor aus der Gefahrenzone. Ein Szenario, wie es jederzeit passieren kann.

Pumpen im Löschteich

Nach einer knappen Stunde war der Spuk vorbei. Die Pumpen wurden aus dem Löschteich genommen, die Leiter wieder eingefahren und die verschwitzten und nassen Einsatzkräfte versammelten sich im Hof der Familie Kugler. Erleichtert waren alle, dass es nur eine Übung war. In den engen und verwinkelten Gassen der Dörfer sind solche Übungen besonders wichtig.

Dankbar zeigte sich Wilfried Heberl, der Kommandant der ausrichtenden Wehr Nitzlbuch, über den Ablauf und das rasche Erscheinen der knapp 100 Einsatzkräfte der Ortswehren und des Auerbacher BRK. Eigentlich, so erklärt er, würden im Ernstfall gar nicht alle Ortswehren alarmiert. Denn seit alles digital über den Computer läuft, werden die Wehren nach Entfernung zum Einsatzort gerufen. So sind Ranna oder Ranzenthal vielleicht gar nicht dabei. Doch anlässlich der Brandschutzwoche wollte man bewusst alle Ortswehren an der Großübung teilhaben lassen. "Die vielen Einsatzkräfte bewirkten aber auch eine gewisse Unübersichtlichkeit", meinte Heberl.

Zufrieden mit dem Ablauf zeigte sich auch Kreisbrandinspektor Peter Deiml. "Es hat zwar das ein oder andere Problem gegeben, aber dafür wird ja geübt, um Fehler zu beseitigen." Nicht einkalkuliert werden konnte etwa das Platzen eines Schlauches. Der knallrote neue Schlauch des Drehleiterfahrzeuges platzte nämlich nur kurz nach Beginn der Übung. "Das darf eigentlich nicht sein!"

Dank des Bürgermeisters

Beeindruckt zeigte sich auch Bürgermeister Joachim Neuß und dankte den Einsatzkräften, ebenso der Familie Kugler, die ihren Bauernhof für die Übung zur Verfügung gestellt hatte. Unmut gab es bei einigen Kommandanten, da die Übung zunächst eine Woche früher terminiert war und dann einfach verschoben wurde. Eine bessere Kommunikation war ihr Wunsch.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2014 (8193)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.