Gefährliche Ecken

Die Forchheimer Innenverteidiger Hayri Özdemir (links) und Kevin Woleman (rechts) nehmen die Amberger Benjamin Werner (Zweiter von links) und Tobias Wiesner in die Zange. Doch in zwei Situationen, beide Male nach einer Ecke, haben sie die beiden FC-Stürmer nicht im Griff. Bild: Ziegler

Der FC Amberg zeigt zunächst ungewohnte Schwächen, steigert sich dann deutlich und verdient sich den Sieg. Nach dem 2:0 gegen Jahn Forchheim hat die Rost-Elf nun die Chance, Weiden vom Thron zu stoßen.

Es war über weite Strecken nicht das erwartete Topspiel zwischen dem Tabellenzweiten und dem Tabellenvierten der Fußball-Bayernliga Nord - doch am Ende zählen für den FC Amberg nur die drei Punkte. "Wir waren in der ersten Hälfte zu passiv, in der zweiten waren wir mutiger und haben uns den Sieg deshalb auch verdient", lobte Trainer Timo Rost sein Team. Sein Gegenüber, Michael Hutzler, sah das ähnlich: "Die erste Halbzeit waren wir spielerisch besser, aber der FC ist in dieser Saison reifer als in den Vorjahren - deshalb: Ja, so ein Spiel kann man mal verlieren."

Werner staubt ab

Rost schickte die gleiche Startelf wie in Erlangen-Bruck aufs Feld, bei Forchheim gab es drei Änderungen im Vergleich zur Vorwoche (2:1 gegen Haibach). Und diese schienen den Oberfranken, die wie angekündigt offensiv begannen, gut zu tun. Der FC fand hingegen nicht ins Spiel und zeigte ungewohnte Schwächen im Aufbau und der Spieleröffnung. Etwas Zählbares sprang für die Gäste aber nicht heraus, bei den Versuchen von Thomas Roas (6.), Mergim Bajrami (11.) und Maximilian Göbhardt (29.) fehlten entweder die Konzentration, oder eben ein paar Zentimeter. Von Amberg war nicht viel zu sehen, lediglich Michael Plänitz sorgte mit einem Kopfball für größere Gefahr (28.), der Ball landete aber auf und nicht im Netz - und so ging es torlos in die Pause. Aus der kehrte der FC aber furios zurück. Nach einer Ecke von Kai Hempel schraubte sich Frank Lincke höher als sein Gegenspieler, der Forchheimer Torhüter Rüdiger Beck konnte nur abklatschen und Benjamin Werner staubte mit seinem neunten Saisontor zum 1:0 (49.) ab.

Die Gäste stellten wurden noch offensiver - das Tor machte aber erneut der FC. Ausgangspunkt war erneut ein Eckball: Diesmal ließ Beck einen Schuss von Werner nur abprallen und Tobias Wiesner donnerte den zweiten Versuch aus gut zehn Metern ins Tor (70.). Spätestens nach dem Platzverweis für Forchheims Maximilian Göbhardt (nach grobem Foulspiel an Wiesner) nur eine gute Minute nach dem 2:0 schien das Spiel endgültig gelaufen zu sein.

Aus drei Metern übers Tor

Das war es aber nur bedingt, denn die Gäste hatten durch Adem Selmani mit einem Weitschuss (77.) und Thomas Roas mit einem Freistoß aus gut 35 Metern (84.) noch gute Möglichkeiten. Zumindest ein Tor hätten die Oberfranken machen müssen, Dominik Zametzer brachte aber das Kunststück fertig, den Ball aus drei Metern über das Tor zu bugsieren (88.). So blieb es beim 2:0, auch weil der FC seine Konter nicht konsequent zu Ende spielte. Dass dieser Sieg aber dennoch verdient war, lag an der Leistungssteigerung nach der Pause. Die war, so der Amberger Trainer, "einer Spitzenmannschaft würdig". Im Gegensatz zu Rost ärgerte sich Gästetrainer Michael Hutzler schon etwas: Über zwei Gegentore nach Standards - und über den Platzverweis: "Die Rote Karte muss man nicht geben, das war zu hart."

Dem FC Amberg kann's egal sein. Er ist weiterhin Tabellenzweiter mit zwei Punkten Rückstand auf die SpVgg SV Weiden. Das erste Topspiel ist gewonnen, das nächste steht vor der Tür. Am Samstag, 21. März, geht es zum Spitzenreiter nach Weiden.
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