Geld für Justiz gut angelegt

Es war das Projekt mit der wohl längsten Baugeschichte in der Amberger Nachkriegszeit. Die Arbeiten begannen vor zehn Jahren und sie führten dazu, dass das Landgericht an der Regierungsstraße eine grundlegende Sanierung erhielt. Am Freitag wurde Einweihung gefeiert.

Hätte man dieser Maßnahme in dem seit Jahrhunderten zur Rechtsprechung genutzten Gebäude einen besseren Sachwalter wünschen können als den Landgerichtspräsidenten Dr. Wolfgang Schmalzbauer? Zum Finale seiner Dienstzeit, die in wenigen Tagen endet, wurde ihm gedankt und auch daran erinnert, dass bereits sein Amtsvorgänger Klaus Demmel die "Baulast" mitzutragen hatte.

Im neuen Schwurgerichtssaal, in dem zahlreiche Elemente älterer Epochen sich nun mit zeitgemäßer Architektonik vereinigen, ergriff Bayerns Justizminister Dr. Winfried Bausback (CSU) das Wort. Er erinnerte daran, dass die 26,5 Millionen Euro kostende Maßnahme in drei Abschnitten realisiert wurde und man den Geschäftsbetrieb dabei aufrecht erhielt. Der Minister nannte den historischen Komplex inmitten der Altstadt ein "modernes Gerichtsgebäude mit hervorragender Synthese aus Alt und Neu".

Stattliche Summe

Mit Blick auf das staatliche Investitionsvolumen zeigte sich Winfried Bausback überzeugt: "Das ist dreifach gut angelegtes Geld. Gut für die Justiz und ihre Mitarbeiter. Gut aber auch für die Bürger dieser Stadt und für die Kommune selbst." Alte Bausubstanz sei auf großartige Weise erhalten worden, sie vereinige sich nun mit modernster Technik. Zu Beginn der Einweihungsfeier hatte Wolfgang Schmalzbauer seine letzte offizielle Rede als Landgerichtspräsident gehalten. In Anwesenheit seines Nachfolgers Harald Riedl ließ Schmalzbauer mit Genugtuung erkennen: "Neuen Glanz sieht und spürt man hier überall." Nun könne das Gebäude, dssen Ursprünge bis auf das 16. Jahrhundert zurück reichten, "einen weiteren Glanzpunkt in seinen Annalen hinzufügen".

Das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach war mit der Sanierung befasst. Für die Behörde sprach Baudirektor Peter Thumann. "Jedes einzelne Teil dieses Hauses trägt seine Erbauungszeit in sich", unterstrich er und leitete daraus ab: "Wir hatten das Problem, dass die Anforderungen unserer Zeit darin unterzubringen waren." 70 beteiligte Firmen hätten dies grandios gemeistert.

Zusammen mit dem Architekten Georg Zunner überreichte Baudirektor Thumann Erinnerungsgaben an Minister Bausback und LG-Präsident Schmalzbauer. Darunter befand sich die Kopie eines historischen Plans aus dem Jahr 1912, gezeichnet damals vom Königlichen Landbauamt. Gemeinsam weihten der evangelische Dekan Karlhermann Schötz und der katholische Stadtpfarrer Franz Meiler das sanierte Gebäude ein. "Wir sind auch deswegen hier, um an die Wurzeln unseres Rechts zu erinnern", hob Schötz hervor. Meiler ergänzte: "Es ist oft ein schwieriges Ringen, um herauszufinden, was die Wahrheit ist."

Eine Vielzahl von Gästen

Ganz hinten im neuen Schwurgerichtsssaal stand die Baudirektorin a. D. Christa Hönle. Seit April im Ruhestand, hatte sie das Projekt über viele Jahre hinweg begleitet. Ihr galt zu Beginn der Feierstunde der Dank von Wolfgang Schmalzbauer. Unter den Gästen befanden sich außerdem die ehemaligen Präsidenten Josef Auernhammer, Klaus Demmel, Leitender Oberstaatsanwalt a. D. Kurt Wiedemann sowie die Richter und Staatsanwälte aus dem LG-Bezirk Amberg.
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