Gemeinsames Gewerbegebiet mit Ursensollen noch nicht in trockenen Tüchern
Experte schlichtet keinen Streit

Die Stadt streckt ihre Fühler aus - in Richtung der Anrainergemeinden. Diesen Auftrag enthält ein CSU-Antrag, der im Hauptausschuss durchging. Hintergrund ist die christsoziale Einschätzung, dass in Amberg nur noch relativ kleine Gewerbeparzellen für Ansiedlungen zur Verfügung stehen und dass bei dem gemeinsam mit Ursensollen geplanten interkommunalen Gewerbegebiet an der A 6 eine "Realisierung immer noch nicht in Sicht" ist.

Deshalb soll die Verwaltung auch mit Kümmersbruck, Poppenricht, Freudenberg oder Ebermannsdorf Gespräche führen - "mit dem Ziel einer interkommunalen Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft, Verkehr, Bildung, Energie, Umwelt und Tourismus" - und prüfen, ob die Zusammenarbeit in Form eines gemeinsamen Zweckverbandes "Industriegebiete an der A 6" oder als Kommunalunternehmen oder über mehrere kleinere Einheiten sinnvoll ist.

Gar kein Mediator

CSU-Fraktionssprecher Dieter Mußemann meinte zum geplanten "Mega-Gewerbegebiet zusammen mit Ursensollen", das sei etwas schleppend verlaufen, es solle aber weiterverfolgt werden. An was es denn hapere, wenn man jetzt sogar einen Mediator brauche, wollte Birgit Fruth (SPD) wissen. OB Michael Cerny (CSU) war mit diesem Begriff nicht einverstanden. Es handle sich vielmehr um einen externen Berater, den man sich ins Boot geholt habe, um bei den weiteren Schritten in Sachen Rechtsform zusätzlichen Sachverstand zu gewinnen: "Der hat das schon öfter gemacht."

Zum aktuellen Stand sagte Cerny, bei dem Gewerbegebiet sei die Umweltprüfung gestartet worden. Man werde sie in die Erschließungskosten mit einrechnen. Ein Ergebnis solle im ersten Quartal 2016 vorliegen.

Der Ursensollener Bürgermeister Franz Mädler reagiert allergisch, wenn bei dieser Geschichte Schuldzuweisungen in Richtung seiner Kommune erfolgen. "An uns liegt es bestimmt nicht", äußerte er auf die AZ-Frage nach dem Grund für die Verzögerungen. "Wenn es nach uns gegangen wäre, dann wäre das Gewerbegebiet schon längst in Bau."

Ursensollen sei Amberg und OB Michael Cerny sehr weit entgegenkommen. Der große Nachbar dürfe das Gebiet der Gemeinde für diesen Zweck mitbenutzen. "Wir können aber nicht die Arbeit für Amberg machen." Dort habe man lange Zeit nicht den Mut für eine konsequente Haltung gehabt und sei zuletzt immer noch unsicher gewesen, weshalb dann das Fachbüro beauftragt worden sei, um "die rechtlichen Fragen, über die wir uns schon einig sind" juristisch genau zu formulieren.

Potenzial wäre da

"Wir haben seit Jahren klipp und klar festgelegt, was man machen kann", sagte Mädler. Aber Amberg, das von dem Gewerbegebiet massiv profitiere, habe seine Schwierigkeiten mit dieser Handlungsfreiheit. "Ursensollen braucht das Gewerbegebiet nicht unbedingt, aber die Region schon", meinte Mädler. Die Gemeinde erweitere gerade ihren bisherigen Gewerbepark, weshalb er aus Gesprächen mit Interessenten wisse, dass die Region durchaus Potenzial habe. "Aber Amberg hätte noch mehr Potenzial."
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2015 (9610)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.