Genesungswerk auch für Väter

Sie organisieren Hilfe, wenn Familien Hilfe brauchen (von links): Michael Imgrund, Franziska Lehmeier und Günther Koller von der Caritas. Bild: Hartl

Eine Umbenennung steht noch nicht zur Debatte, dennoch gewinnen die Belange der Männer beim Müttergenesungswerk immer mehr an Bedeutung.

Darauf wiesen der Geschäftsführer des Caritasverbandes Amberg-Sulzbach, Günther Koller, sowie seine Mitarbeiter Franziska Lehmann und Michael Imgrund zum Start der Straßensammlung hin. Seit Dienstag sind in der Amberger Altstadt wieder Schüler mit Spendenbüchsen unterwegs, um Geld für das Müttergenesungswerk zu sammeln.

Caritas als Scharnier

"Wir sind da immer ganz gut im Rennen", berichtete Michael Imgrund stolz. Die Wirtschaftsschule habe sogar einmal das deutschlandweit viertbeste Sammelergebnis erreicht. Auch heuer sind wieder die Schüler des Max-Reger-Gymnasiums mit im Boot. Die Straßensammlung für das Müttergenesungswerk gibt es schon seit den 50er-Jahren. "Der Name ist gleich geblieben, aber die Aufgaben haben sich geändert", erklärte Günther Koller. Die Hilfsorganisation habe sich den geänderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen angepasst. Nicht mehr nur die Mutter steht im Fokus des Müttergenesungswerks - in Zeiten von Patchwork-Familien und alleinerziehenden Vätern richten sich die Angebote mittlerweile auch an Männer.

Zunehmend gewinnen außerdem die Angebote für pflegende Angehörige an Bedeutung. "Es gibt nicht wenige Frauen, die von der Kindererziehung nahtlos in die Pflege ihrer Eltern schlittern", erklärte Koller. Auch für biete das Müttergenesungswerk Unterstützung an. Die Caritas sieht sich als Scharnier: "Wer auch immer Hilfe bei Familienangelegenheiten braucht, kann sich an uns wenden", sagte Koller. Nach wie vor leiste der katholische Wohlfahrtsverband wertvolle Arbeit, wenn es zum Beispiel um die Vermittlung von Kuren für gestresste Mamas oder Papas gehe. Fachmann für diesen Bereich ist Michael Imgrund. Seit 1988 betreut er Eltern, die sich bei diesem Thema hilfesuchend an die Caritas wenden. "Das ist nach wie vor eine große Aufgabe", erzählte er.

Pro Jahr kümmere er sich um 20 bis 50 Reha-Maßnahmen - vor allem dann, wenn es Probleme mit der Genehmigung oder der Kostenübernahme durch die Krankenkasse gibt. Imgrund ist auch Vorsitzender des 1992 gegründeten Amberger Ortsausschusses des Müttergenesungswerkes. In dieser Doppelfunktion kann er noch besser nachhelfen, wenn es irgendwo am Geld scheitern sollte. "Es ist zum Beispiel möglich, Zuschüsse zum Eigenanteil zu geben oder die Fahrtkosten zu erstatten." Er hofft auf viele Interessenten. "Das muss sich noch besser herumsprechen", sagte er. Vielleicht trägt die Straßensammlung der Schulkinder in den nächsten Tagen dazu bei.
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