Georg Killermann legt zweite Sammlung von Anekdoten vor - Herzhaftes Lachen
Deftig und hintersinnig

Bei Georg Killermanns Humor verliert selbst der Tod seine Schrecken. Bei seiner Buchvorstellung unterstützte ihn Hildegard Pirzer mit der Quetschn. Bild: hfz
"Altendorfer Wirtshausgeschichten, Erinnerungen und Anekdoten, dem Schiesl Robert seine Witz' und noch a bisserl was vom Zapf" heißt es in der Inhaltsbeschreibung vom Georg Killermann seinem zweiten Buch "Du vielleicht, i niat". Und die konsequente Vermeidung vom Genitiv zeichnet den Altendorfer Alt-Bürgermeister als echten Oberpfälzer aus.

Mit seinem Erstling "Drei Knackwurst und drei Semmeln" konnte der ehemalige Kommunalpolitiker schon einen regionalen Erfolg feiern. Der Autor konnte sich nicht über mangelnden Zuspruch bei der Vorstellung beklagen. Im musealen Umfeld der Nebenräume von Rosi Mayrs Buchhandlung drängten sich die Zuhörer, um den heiter-hintersinnigen oder derb-deftigen Anekdoten aus der Sammlung zu lauschen und herzhaft darüber zu lachen.

Einige der kurzen Geschichten entsprachen allerdings nicht ganz den Gepflogenheiten der Political Correctness, wie sie gerade auch für einen ehemaligen Bürgermeister gelten sollten. Deshalb distanzierte sich der Autor vorher vom Inhalt und schon wussten die Zuhörer, dass gerade jetzt wieder ein besonders deftiges Beispiel sinnenfroher bayrisch-barocker Erzählkunst folgen würde.

Das raue Klima der Oberpfalz hat einen besonderen Menschenschlag hervorgebracht, der sich stoisch in sein Schicksal fügt und jedem Schlag noch etwas Positives abzugewinnen mag. Der Humor, der sich in diesem Biotop entwickelte würde bei den Engländern als "schwarz" bezeichnet werden. Wir nennen ihn einfach "trocken". Als Beispiel mag da die Geschichte vom Bauern gelten, den im Wirtshaus die Nachricht vom Tod seiner Gattin ereilt. Auf diesen Schock bestellt er sich "noch a Halbe, aber a Dunkels". Da verliert selbst das Lebensende seinen Schrecken.

Früher lebten die Leute auch nicht so lange wie heute. Deshalb war eine "Goldene Hochzeit" etwas ganz Besonderes. Da wollten es die Nachbarn doch wissen, was in einer so langen Ehe wohl die glücklichste Zeit war. Der Ehemann erwiderte trocken: "Wia i in Stalingrad war".

Mit derlei spontanem Ausdruck des Makabren reizte Georg Killermann nicht nur seine Zuhörer zu Heiterkeitsausbrüchen, sondern dokumentiert damit auch die Mentalität seiner Mitbürger. Somit kann seine Anekdotensammlung, die bei der Lesung von Hildegard Pirzer mit der Quetschn musikalisch kommentiert wurde, durchaus auch als Quelle für Volkskundler genutzt werden.
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