Gepflanzte Integration

Seit Jahren nutzen viele Bürger die Gelegenheit, beim Tag der offenen Tür in der Kleingartenanlage Am Anger I nicht nur über den Zaun zu schauen, sondern auch mit den Hobby-Gärtnern ins Gespräch zu kommen. Bild: Huber

Der Anteil von Migranten aus sieben verschiedenen Ländern beträgt in der Kleingartenanlage Am Anger I nahezu 42 Prozent. Das homogene und friedliche Miteinander wurde besonders beim Gartenfest deutlich, das auf der Vereinswiese über die Bühne ging.

Seit 42 Jahren gibt es diese Feier, seit sechs Jahren den Tag der offenen Gartentür am selben Tag. Viele Bürger nutzten die Gelegenheit, sich bei einer deftigen Brotzeit über Obst- und Gemüseanbau auszutauschen. "Wir haben unsere Gartenfreunde mit Migrationshintergrund seit mehreren Jahren bei den Gartenfesten mit eingebunden. Ihre russischen Spezialitäten finden reißenden Absatz", informierte Vorsitzender Jürgen Bisani. Der Austausch von Samen und Pflanzen von unbekannten Obst- und Gemüsesorten bereichere viele Gärten.

Sprachliche oder zwischenmenschliche Probleme gebe es kaum. "Wir reden nicht von Integration, wir betreiben sie."

Seit mehreren Jahren gibt es einen Generationswechsel: "Viele langjährige Pächter geben ihr Stückchen liebgewordenen Gartenboden aus alters- oder gesundheitlichen Gründen auf. Die jungen Pächter helfen den Älteren und können aus deren Erfahrungen viel über die Pflanzen- und Bodenpflege erfahren und ausprobieren."

Auch das gesellschaftliche Zusammenwirken habe sich zum Positiven verändert. "Viele Pächter bewirtschaften ihre Parzellen nach dem kleingärtnerischen Grundgedanken", sagte Bisani.

Der Trend gehe eindeutig zum Bewahren der Natur und viele naturbelassene Nischen, Teiche, Insektenhotels, Nistmöglichkeiten für Vögel und Fledermäuse sowie die Schaffung von Überwinterungsmöglichkeiten zeigen, "dass wir auf einem richtigen und wichtigen Weg sind".
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