Gerechtigkeit hoch im Kurs

Die Diskussion mit Landtagsabgeordnetem Harald Schwartz stieß bei den Schülern auf reges Interesse. Bild: hfz

Warum kassieren andere Länder in Europa für ihre Straßen Maut, und Deutschland verzichtet darauf? Und weshalb eigentlich muss Bayern so viel Geld für den Länderfinanzausgleich bezahlen? Solche Fragen fallen jungen Leuten ein, wenn sie Politikern auf den Zahn fühlen.

Um Schülern Rede und Antwort zu stehen, besuchte Landtagsabgeordneter Harald Schwartz die Realschule. "Im Hinblick auf die Wahlbeteiligungen müssen wir unsere Kinder und Jugendlichen an die Demokratie heranführen. So können wir mithelfen, zu verhindern, dass sie stumpfsinnigem Unsinn von rechts oder links aufsitzen", begründete Schwartz seine Initiative.

Breites Feld an Themen

Von Politikverdrossenheit oder Desinteresse konnte der Abgeordnete nichts spüren. Im Gegenteil, die Schüler sprachen zahlreiche Themen an: Außen- und innenpolitische Fragen brannten ihnen auf den Nägeln. So äußerten sich viele besorgt über die Finanzsituation Griechenlands, das Attentat in Frankreich, den ausufernden Terrorismus in Nahost oder den Krieg in der Ukraine.

Schwartz unterstrich die Verpflichtung, dass gerade Deutschland für den Frieden eintreten müsse. "Europa und Deutschland im Besonderen hat weiß Gott genug Krieg und Leid in den letzten 100 Jahren gesehen und auch mit hervorgerufen. Daher halte ich es für äußerst wichtig, sich für Frieden einzusetzen. Jede Bemühung, diesen herzustellen und zu erhalten, ist die richtige. Im Krieg verliert immer die Menschlichkeit zuerst", hieß die Botschaft des Abgeordneten.

Von Maut bis Cannabis

Breiten Raum nahm auch die Diskussion um Gerechtigkeit ein, die bei den Jugendlichen sehr hoch im Kurs steht. So erkundigte sich ein Schüler beispielsweise beim Landtagsabgeordneten, weshalb in vielen europäischen Ländern Maut erhoben werde, aber dies in Deutschland nicht möglich sein solle. Für einen anderen war es unverständlich, warum Alkohol gesellschaftlich akzeptiert, Cannabis hingegen so strikt sanktioniert sei. Darüber hinaus wurde die Frage aufgeworfen, warum Bayern so viel in den Topf des Länderfinanzausgleichs überweisen müsse.

Schwartz zeigte sich bei der Diskussion beeindruckt vom vielfältigen Wissen und den unterschiedlichen Ansichten der Schüler. Dabei forderte er sie auf, weiterhin eine eigene Meinung zu vertreten und sich einzumischen - gesellschaftlich und politisch: "Egal, in welcher demokratischen Richtung ihr euch einbringt - wenn ihr euch für unsere Heimat einsetzt, tut ihr das Richtige", zog der Parlamentarier das Fazit.
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