Glaube kennt viele Melodien

NDW (Neue Deutsche Welle) war in den später 70er, frühen 80er Jahren angesagt. NGL ist es jetzt bei kirchlich orientierten Jugendlichen: Neues Geistliches Lied.

"Es gibt Wunder" lautete der Titel eines eintägigen Workshops in St. Michael, in dessen Mittelpunkt das kirchenmusikalische Genre des Neuen Geistlichen Lieds (NGL) stand. Und in der Tat öffneten die beiden Protagonisten dieses Tages den knapp 100 Teilnehmern förmlich eine musikalische Wundertüte. Die 14-jährige Lisa brachte es so auf den Punkt: "Die zwei da vorne sind einfach super." Gemeint hat sie den Pfarrer, Texter und Musiker der Frankfurter Band Habakuk, Eugen Eckert, und Joachim Raabe, einen Kirchenmusiker, Komponisten und Arrangeur.

Brandneue Stücke

Sogar aus dem thüringischen Gräfenroda waren vier junge Frauen zusammen mit ihrem Ortspfarrer angereist, um an diesem Workshop teilzunehmen. Darüber hinaus hatten sich viele Jugendliche und junge Erwachsene für diesen musikalischen Tag interessiert, der Stunden zum Auf- und Durchatmen bot und Wege zu Tönen und Harmonien aufzeigte, um auf die Spur der eigenen Lebensmelodie zu kommen. Im Zentrum dieses Tages stand das Chorbuch "Träume hüten", mit dem neue Stücke für die Gestaltung von Gottesdiensten eingeübt wurden. Zudem lernte die Runde auch einige ganz neue Lieder wie "Dass wir Ruhe finden" oder "Und ich zeigte viel Leidenschaft" kennenlernen.

Diese aktuellen Kompositionen sollen bei einer Workshop-Woche im nächsten Jahr in Bad Tölz hochoffiziell vorgestellt und in den Kanon des aktuellen NGL-Liederbuchs aufgenommen werden. Winfried Fleischmann, der Initiator und zusammen mit engagierten Helferteam auch der Macher dieses Tages, ist es ein erklärtes Anliegen, dieses kirchenmusikalische Genre weiter zu verbreiten. Im Namen des Workshop-Veranstalters, der Katholischen Jugendstellen Amberg und Weiden, KEB Amberg und des ökumenischen Vereins "intakt", hob er hervor, mit Texten in einer zeitgemäßen Sprache, verständlichen Inhalten und ansprechenden Rhythmik mehr junge Leute erreichen zu wollen.

Drei Übungseinheiten umfasste dieser Tag, darunter auch die Entstehungsgeschichte des NGL. Markus Mußemann, Pfarrgemeinderatssprecher von St. Michael, zeigte sich angetan von dem Singen in einer so großen Gruppe, das eine ganz besondere Wirkung entfalte. Zudem seien die beiden Referenten "besonders authentisch". Raabe und Eckert bieten mehrmals im Jahr derartige Workshops an, um "nach draußen zu gehen" und das NGL im alltäglichen kirchlichen Leben von Pfarreien fester zu verankern.

Abends ausprobiert

Eugen Eckert zeigte sich zudem von den vielen jungen Teilnehmern sehr beeindruckt: "Das ist eine neue und sehr positive Entwicklung, und wenn man so eine singende Gemeinde vor sich hat, hat man ein paar Gefühle vom Himmelreich, wenn Engelschöre singen", bemühte er nicht ganz ernst gemeint ein klassisches Bild aus dem früheren Religionsunterricht. Das neu Erlernte wurde zum Abschluss des Tages in der Vorabendmesse der Pfarrei, die Diözesanjugendseelsorger Thomas Helm zelebrierte, umgesetzt.
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